Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Architektur von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart ; mit 448 Holzschnitt-Ill.
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1679428
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1682655
Zweites Kapitel. 
Rohlänischer Styl. 
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dieser Emporen liegt noch im Dunkeln." Vielleicht dienten sie besonders 
ausgezeichneten Personen als Sitz beim Gottesdienste. In den Kirchen 
der Nonnenklöster bilden sie meistens den Raum für die abgesonderten 
Klosterfrauen, den sogenannten Nonnenchor, und haben einen hervorragen- 
den Platz für die Aebtissin und meistens auch einen besonderen Altar. Am 
Westende legte man sodann auch gewöhnlich den Haupt-Eingang, von  
Welchem aus man die ganze Anlage mit einem Blick umfasste. Neben-  
Eingänge wurden in den Seitenschiifen oder in den Giebelwänden der Kreuz-  
arme angeordnet.  
Sämmtliche Räume der Kirche wurden nun zunächst, mit Ausnahme Bedeckung 
der Krypta und der mit einer Halbkuppel eingewölbten Chornische , durch (hlnmllnß 
Fiw lää flache Balkendecken geschlossen. In  
"I;   dieser Hinsicht war also noch kein  
 Fortschritt gegen die altchristliche 
K Xi Basilika gewonnen. Die aufstrebenden 
   Mauernw-"erhielten sich noch spröde 
-  gegen einander, ohne in lebendigere 
  Wechselwirkung zu treten. Nur in   
 Vati i  Oeffnung der Nische, so wie an Por- 
 .151   talen und Fenstern, war ein lebhaf- 
   7' 1' teres Pulsiren des architektonischen 
 "N W, m:    Organismus zu bemerken: Aber er  
  {XML    blieb nach denersterrschritten schon  
 _  stehen, und dle Horlzßntalllnlen der  
      Decken hielten die einzelnen Theile 
 Qucrdilrchsclmitt der Basilika. noch in starrer Sonderung fest 
So streng demnach das antike Bildungsprincip in dem ungegliederten Dvtnilhiiiliiizä- 
Bogen und der horizontalen Bedeckung der Räume sich geltend machte, 
um so frischer kommt ein neues, germanisches Gefühl in der D etailbil- 
  dung zum Vorschein. Doch fehlt 
h?      es auch hier nicht an antiken Re- 
  "-1 miniscenzen, ja die Gliederung da.  
(im  Basen, Sockel, Gesimse beruht 
noch durchweg auf römischen For- 
 men. Der Wulst, die Hohlkehle, 
 j dlcblßlätte sammt den schmaleren 
   
jb. "SGI in enden Plattchen machen 
 v]!   ü 1. S.Pantaleon. Während der Ganzen Dauer der 
Quedlinburg. swulifiziesfolmetfhn  r?manischen Eämche  Grund_  
e emente der Detailbildung aus. 
Die Form des sogenannten Karnieses (Fig. 159) ist besonders für die 
frühromanische Zeit charakteristisch, oft weit ausladend und nur. [wie bei 
Fig. 159a, von einer Platte bedeckt, oft auch steiler gebildet und mit an- 
deren Gliedern verbunden, wie bei Fig. 15.9  Aber in der Anwendung und 
Üombination der Einzelglieder gibt sich doch ein selbständiges Gefühl kund- 
Dies beruht auf der richtigen Einsicht, dass für Bauwerke von so vorwie- 
gend massenhaftem Charakter eine kräftigererAnordnung und derbere Be-  
L ü b k e , Geschichte d. Architektur.
        

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