Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Architektur von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart ; mit 448 Holzschnitt-Ill.
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1679428
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1682621
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Fünftes Buch. 
Krypta. 
Lapghaus. 
war (der Vierung, dem Kreuzesmittel, wie es genannt wird), aus, und ver- 
längerte nach der Ostseite das Mittelschiff über die Vierung hinausetwa 
um ein ähnliches Quadrat, welches mit der halb- 
Fi? 15b kreisförmigen Altarnische geschlossen wurde. Die 
- Vierung wurde von den angrenzenden Theilen durch 
 hche, auf Pfeilern ruhende Halbkreisbögen (Gurt- 
    bögen) getrennt. Dieser ganze  Raum bezeichnete 
1  als Chor den Sitz der Geistlichkeit. Sodann liess 
  man das Querhaus so weit raus dem Körper des 
-l'1 Langhauses vorspringen, dass seine beiden Arme 
  ebenfalls je ein der Vierung entsprechendes Quadrat 
: g bildeten. Meistens liess man inwdiesen Kreuzflügeln 
 E  an der Ostmauer kleinere Nischen für Nebenaltäre 
l I heraustreten , so dass hier gleichsam gesonderte Ka- 
m   ! pellen entstanden. Was aber die Erscheinung dieser 
ä i  östlichen Theile vorzugsweise charakteristisch macht, 
 I i  ist die Anlage einer Kr yp ta unter denselben, welche 
       in der älteren romanischen Zeit keiner bedeutende- 
Kircnä zu ngcningvr. 18631 lljxilrcäeivzrlrbfeßhäigguflfggt.inDgeäläräd rnlijrdrrlgog; 321i: 
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Oberkirche auf Treppen zu beiden Seiten hinab- 
steigt; Obwohl wir wissen, dass sie als Begräbnissstätten der Bischöfe, 
Aebte oder frommen Stifter dienten, dass man in ihnen die Gebeine der 
Heiligen aufbewahrte und an besonderen Altären zu bestimmten Zeiten das 
Messopfer verrichtete, so ist doch über den tieferen Grund ihrer Entste- 
hung, so wie ihres Verschwindens in der Spätzeit der romanischen Epoche, 
noch nichts Genügendes erforscht worden. Vielleicht hing Beides mit einer 
Aenderung in der äusseren Verehrungsweise der Reliquien zusammen. In 
baulicher Beziehung sind die Krypten nicht allein durch die Wölbung, die 
sich zuerst" an ihnen ausbildete, sondern auch durch die Rückwirkung auf 
die Gestalt des Chores von Wichtigkeit. Der Chor musste nämlich zu ihren 
Gunsten um eine Anzahl von Stufen über den Boden des Langhauses erhöht 
werden. Hierdurch wurde seine innige organische "Verbindung mit den 
übrigen Gebäudetheilen gelockert, obwohl seine Erscheinung zugleich eine 
höhere Feierlichkeit und Würde gewann. Das geringste Maass der Krypten- 
Ausdehnung umfasst den Chor und die Apsis, manchmal wird aber auch 
die Vierung ganz oder theiliveise hinzugezogen, und bisweilen dehnt sich 
die Kfypta selbst unter den Seitenarmen des QuerschiEes aus. Um diese 
östlichen Theile noch entschiedener von dem der Gemeinde bestimmten 
Langhause zu sondern und als vorzüglich geheiligten, priesterlichen Raum 
zu bäzeicllänen, wurde das Mittelquadrat durch niedrige Brüstungsmauern 
von 611 reuzarmen und dem Lan hause etrennt.  
Gegen das Mittelschiff öffnet sich die äfierung mit" ihremgrossen Gurt- 
bogen, derbdie Stelle des Triurnphbogens in den altchristlichen Basiliken 
vertritt. A er er stützt sich nicht wie dort auf zwei grosse vorgestellte 
Säulen , sondern steigt von kräftigen Pfeilern auf, welche , der Anzahl der 
aufruhenden Bögen entsprechend, kreuzförmig gebildet sind- Von ihnen 
gehen nun auch die Arkadenreihen aus, welche das Mittelschiff von den 
Seitenschiffen trennen. Diese Arkaden ruhen mit ihren Bögen aufje einer
        

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