Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Architektur von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart ; mit 448 Holzschnitt-Ill.
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1679428
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1682323
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Viertes Buch. 
kommen liess, so ist um so sicherer anzunehmen, dass auch diese Moschee 
von christlichen, und zwar byzantinischen Architekten erbaut worden ist. 
Ihre Anlage weist deutlich auf solchen Ursprung hin (vgl. den Grundriss 
Fig. 147). Sie hat eine achteckige Grundform, im Innern durch zwei con- 
centrische, aus Säulen und Pfeilern ge- 
Fis- 147- mischte Kreise getheilt. Ueber dem 
  Mittelraume steigt aus dem flachen 
Dache eine Kuppel von 93 Fuss Höhe 
 _ empor. Auch die Säulen erinnern in der 
XÄIEIZKÄX Form ihrer Kapitale noch an römische 
Damßskuß- b," Ödflßb  i"7'7x Art.  Dass in D amaskus auf Befehl 
   ("ä  "l desselben Kalifen Omar die Basilika des 
 F 31""   '51  pi h. Johannes den Christen und Mohame- 
 ix  ,    danern zu gemeinsamer Benutzung über- 
K";     wiesen wurde, fand bereits Erwähnung. 
x  o z)" Walid, der später die Christen aus- 
; schloss, errichtete auf ihr eine hoch auf- 
, ragende Kuppel, legte einen Vorhof 
 mit Säulenhallen an ihre Facade und 
O_xnar's Moschee zu Jerusalem. schmückte sie mit drei Minarets.  
Um zu beweisen, wie schwankend in 
jener Zeit die Grundformen der Moscheen waren, fügen wir den beiden 
Beispielen als drittes , wiederum verschiedenes die ebenfalls von Walid er- 
Medina. richtete M0 schee zu Medina hinzu. Diese besteht nur aus einem Hofe, 
der auf drei Seiten von dreifachen, auf der vierten von zehnfachen Arkaden- 
reihen umgeben wird. 
Aegypten. Zu einem festeren Style entwickelte sich die mohamedanische Archi- 
tektur in Aegypten, welches schon unter Omar durch dessen Feldherrn 
Amru dem Islam unterworfen wurde. Der ernste, strenge Geist der alten 
Denkmäler des Landes hat offenbar einen. imponirenden Eindruck auf die 
Eroberer gemacht und auf ihre baulichen Unternehmungen mancherlei Ein- 
 fluss geübt. Was zunächst die Grundform der Moscheen betrifft, so folgt 
dieselbe re elmässi der Anla e eines von Arkaden umschlossenen Hofes. 
Die eine Sgite der Iäallen, vong dem Uebrigen durch Gitter mit Thoren ab- 
getrennt, hat eine grössere Tiefe. Auf der Mitte des Hofes erhebt sich ein 
von einer Kuppel überdachter Brunnen für die Waschungen. Die Minarets 
sind zum Theil rund, zum Theil polygon oder rund auf viereckigem Unter- 
bau. Bemerkenswerth ist vorzüglich, dass die Architektur, ohne Zweifel 
unter dem Einfluss der altägyptischen Denkmäler, eine massenhaftere An- 
lage aufweist, die sich besonders in einem kräfti en Pfeilerbau und in der 
soliden Ausführung in Quadern kund gibt. Dai würfelförmige Kapital, 
welcheS man bisweilen auf den Säulen antrifft , ist offenbar byzantinischer 
Abkunft. Sodann tritt die Form des Spitz bogens hier am frühesten auf 
und wird in einfach gemessener Weise angewandt. Auch die Kuppeln be- 
scheiden sich mit einer schlichten oder etwas überhöhten runden Linie. 
Moschee in Zu den ältesten Gebäuden gehört hier die im J. 643 gegründete Mo- 
mbKalm schee des Amru in Alt-Kairo. Ihre Portiken ruhen auf antik-römi- 
schen Säulen, deren Kapitäile den byzantinischen Würfelaufsatz zeigen. 
Von diesem steigen die hufeisenförmigen, im Scheitel zugespitzten Bögen
        

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