Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Architektur von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart ; mit 448 Holzschnitt-Ill.
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1679428
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1682316
Drittes Kapitel. 
Aeussere Verbreitung des mohamedanischen Styles. 
223 
In den P ro funb aute n , den Schlössern , Bädern, XVohnh-äusern, Profanbauten. 
gruppirt sich, der morgenländischen Sitte des nach aussen abgeschlossenen, 
nach innen sich in träumerischer Musse ergebenden Daseins gemäss , die 
ganze Anlage um einen mit Säulengängen umzogenen Hofraum. Spring- 
brunnen verbreiten erfrischende Kühlung, die man unter dem Schatten des 
weit vorspringenden Daches mit Behagen geniessen kann. Am grossartig- 
sten entfaltet sich diese Bauweise an den Karawanserafs , jenen aus- 
gedehnten Herbergen _des Morgenlandes, in welchen um einen geräumigen, 
mit Springbrunnen versehenen Hof eine Menge von Gemächern, Hallen und 
oft prachtvoll geschmückten Sälen sich reiht. 
Dass die mohamedanische Architektur keine innere Geschichte Malweise- 
haben konnte, liegt in ihrem unorganischen Wesen schon begründet. Es 
fehlte ihr nicht bloss die feste Grundform, an welcher sich eine genetische 
Entwicklung hätte vollziehen können: es mangelte jenen Völkern auch an 
dem tieferen Sinne für architektonische Consequenz , ohne welche es kein 
Baustyl zu einer wehrhaften Fortbildung zu bringen vermag. Ihre schöpfe- 
rische Genialität bewährte sich nicht an dem Kern, dem inneren Gerüste der 
Architektur, sondern nur an der Schale , dem äusserlich Decorativen. Auf 
diesem Gebiete allerdings ist Schönes und wahrhaft Bewundernswerthes 
geleistet worden; doch blieb der Geist des Orients auch hierin, bei aller 
Beweglichkeit im Einzelnen, bei dem mit dem zunehmenden Luxus stei- 
genden Reichthum der Ausstattung, [im Charakter wesentlich unverändert. 
Dagegen liefern die Umgestaltungen, mit welchen dieser Styl das von den 
unterjochten Völkern Aufgenommene sich aneignete, der Betrachtung man- 
chen anziehenden Gesichtspunkt. Wir verfolgen desshalb die Thätigkeit 
der rnohamedanischen Architektur in den verschiedenen Ländern nach 
ihren hervorragendsten Erzeugnissen. 
DRITTES 
KAPITEL. 
Verbreitung 
Aeussere 
mohamedanischen Styles. 
des 
Syrien, Aegypten 
In 
und Sicilieu. 
111 Syrien, "Velches die Schämen der Araber zuerst erobernd über- 
fielen, haben wir einige der frühesten Bauten des Islam zu suchen. Die vom 
Kalifen Omar gleich nach der im J. 637 erfolgten Eroberung der Stadt, auf 
der Stelle {des Salomonischen Tempels erbaute Moschee el Haram zu 
Jerusalem ist eine der ältestenä). WVenn, wie wir wissen, noch der 
Nachfolger Omafs, der Kalif Walid, sich Baumeister von Constantinolael 
Syrische 
Bauten. 
Moschee zu 
Jerusalem. 
Girault de Pranyey  
Monuments 
nahes düägypte 
de Syrie et dääsie mineure. Paris.
        

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