Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Architektur von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart ; mit 448 Holzschnitt-Ill.
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1679428
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1682146
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Drittgs Buch. 
K. mron- Dass auch in der Folgezeit die Anlage des Aachener Münsters mehr- 
fach zur Nachahmung reizte, beweisen die kleine Kirchenruine zu Ott- 
mars heim im Elsass und der westliche Theil des Münsters zu E ssenllW, 
letzterer namentlich dadurch interessant, dass er ge- 
Fig" 136- wisse Umänderungen mit dem ursprünglichen Plane 
vornimmt, um sich als Nonnenchor mit einem Lang- 
hausbaue zu verbinden. Ein-Bruchstück stattlicher Art 
Sffätfjalls?" ist endlich noch in den westlichen Theilen von S. Pan- 
taleon zu Köln erhalten, ohne Zweifel ein Rest der 
 980 geweihten Kirche , eine weiträumige Vorhalle mit 
 einer Empore, die sich mit einem mächtigen Bogen 
  von 35 Fuss Spannweite gegen das Mittelschiff öffnet. 
V0" S- Pamalßß" w Köln- Die spärlichen Details ahmen römische Formen nach, 
 i" wie das unter Fig. 136 gegebene Pfeilergesims bezeugt. 
Künstlerj- Von der künstlerischen Durchführung dieser Bauten haben wir keine 
Scgflftgra- Anschauung mehr. Doch deutet das Aachener Münster, deuten vereinzelte 
 andere Reste aus jener Zeit noch auf völlige Abhängigkeit von römischer 
Ueberlieferung. Byzantinische Einflüsse sind dagegen nirgends nachzu- 
weisen; ja es verdient als beachtenswerthes Zeugniss hervorgehoben zu 
werden, dass jener Prachtbau des grossen Karl, obwohl er in seiner Grund- 
form sich einem byzantinischen, wenn gleich auf italienischem Boden lie- 
genden Bauwerke anschloss, doch im Detail und der Gliederung keine Spur 
byzantinischen Einflusses verräth. Andererseits blickt aber auch noch keine 
Regung germanischen Geistes aus den Gliedern dieser Denkmäler hervor. 
Noch waren die Culturelemente jener Zeit in zu grosser Gährung begriffen; 
noch standen sich römische Tradition und germanisches YVesen zu unver- 
mittelt und spröde gegenüberhum durch Verschmelzung neue Gestaltungen 
an's Licht fördern zu können. Zwar regt sich in den eben angedeuteten 
Veränderungen des Grundrisses der Basilika bereits ein zukunftverheissen- 
des, frisches Schaffen : aber den wirklichen Prozess einer neuen künstleri- 
schen Schöpfung werden wir erst in der folgenden Epoche zu betrachten 
haben. 
Ü Vgl. Aufnahmen und Bericht von F. 
von F. 1:. Quasi und H. Otte. 
Quast im ersten Jahrgang-e der Archäologiseh 
an Zeits 
rhrift
        

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