Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Architektur von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart ; mit 448 Holzschnitt-Ill.
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1679428
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1682009
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Drittes Buch. 
Sophien 
kirch e  
Grundplan 
Schon Constantin hatte in seiner neuen Residenz eine Sophien- 
kirche (zu Ehren der göttlichen Weisheit) erbaut. Sie war jedoch später 
schon erweitert und erneuert worden, als im J. 530 ein Brand sie zerstörte. 
Dies gab dem prachtliebenden Kaiser Justinian Gelegenheit, einen glänzen- 
den Neubau an ihrer Stelle hervorzurufen, zu dessen Ausführung er die 
berühmtesten Baumeister seiner Zeit herbeizog. Antliemios von Tralles 
war der Erfinder des Plans, und I si" [l 01' von Milet unterstützte ihn bei der 
Ausführung. Mit allem Eifer wurde der Bau gefördert, so dass er bereits 
im J. 537 vollendet dastaiid. Als nach wenigen Jahren bei einem Erdbeben 
w, m, dir? Kpppeli einlstürztenivurdä sie 
5'  so or wie er ergeste t un is 
n:  t     in diesem Zustande, mit wenigen 
  i iiällliji i ""iij_a'j späteren Veränderungen, aber 
"iiiifffltpdd Tx K5.- xm    bekanntlich in eine Moschee ver- 
     f      l wandelt, noch jetzt erhalten. 
" f   Arm- Der mächtige Bau bildet in 
     seiner Qesairimtform (vgl. den 
        x,  j Grundriss 111g. 129 und den 
r:  "  f"        Durchschnitt Fig. 130) ungefähr 
ja"  "e" [Eh    P7  ein Quadrat von 252 Fuss Länge 
n   l  "j    I v; bei 228 Fuss Breite. Seinen er- 
{j   i   I"?    '11 höhten Mittelraum bedeckt die 
j; 1-  t- A22;  Kuppel, die jedoch nicht .von 
.i n: i i:    l   achp? sondern von vle? mächlzlgen 
        .1 Pfeilern getragen wird. Diese, 
"     i i? I,   in einem quadratischen Abstande 
"intim "xi I  all"  von etwa 110 Fuss errichtet: 
:l   ! - Illlllll     
 1- lh-      d n   sind durch breite Gurtbogen mit 
     I?  lf   Z einander verbunden, auf deren 
in"? L5 "a: lud 4   Scheitel ein Gesimskranz ruht. 
 EI  Von diesem steigt, unter Ver- 
   fi"  l i mittlung von vier grossen Zwi- 
 5    ä l; ckeln, die Kuppel auf, jedoch 
     nicht in halbkreisförmiger Er- 
   V 741 x hebung, sondern in einem ge- 
Ä     drückten Kreissegment, dessen 
 g  Steigung etwa den sechsten 
 am  Theil seiner Spannweite beträgt. 
i,   Doch ist der Unterbau so hoch 
Grundriss der Sophienkirchc in Constaiitinopel. Ewdaaslääeguiihägzll 
dem Fussboden sich erhebt und der gewaltige Höheneindruck besonders 
durch die hoch emporgeiührten Pfeiler mit ihren imposanten Bögen bewirkt 
wird, Hierin beruht ein entscheidender Gegensatz gegen S. Vitale; denn 
dort stieg über den Pfeilerbögen erst eine senkrechte Oberwand auf , über 
welcher erst die Kuppelbegann, während hier die. Kuppelwölbung so un- 
mittelbar über den Scheiteln der Bögen und zwar in so geringer Steigung 
beginnt, dass es den Eindruck gewährt, als fange sie schon am Fusspunkte 
der Bögen auf den Gesimsen der Pfeiler an, und als sei der von den Bogen
        

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