Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Architektur von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart ; mit 448 Holzschnitt-Ill.
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1679428
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1681893
Zweites Kapitel. 
Altchristlicher Basilikenbau. 
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aus dem 6. J ahrh. datirend, die unteren Säulenreihen mit geradem Gebälk, 
die oberen mit Rundbögen verbunden, und S. Agnese, dem 7.Jahrh. S-Asnesß- 
angehörend, mit durchgeführtem Bogensystem bei ähnlich geringer Aus- 
dehnung. 
Eine in mancher Beziehung selbständige Entwicklung des Basiliken- läasilikßn w 
baues findet man in den Monumenten von Ravennaf). Diese Stadt war Ravenm 
zu grosser Blüthe gelangt, seitdem Honorius (404) , aus Furcht vor dem 
Eindringen der nordischen Völker, seinen kaiserlichen Sitz von Rom hierher 
verlegt hatte. Als die Ostgothen dem weströmischen Reiche ein Ende 
machten, schlug auch ihr König Theodorich seit 493 seine Residenz hier 
auf, und als 539 die Eroberer den Heeren des byzantinischen Kaisers 
weichen mussten, wurde Ravenna der Sitz des Exarchen, welcher als Statt- 
halter die italienischen Besitzungen des Reiches von Byzanz verwaltete. 
Diese lange Epoche des Glanzes musste auch auf die Architektur zurück- 
wirken. Es galt hier eine neue Residenz mit prächtigen Gebäuden zu 
schmücken, zum Theil selbst eine neue Stadt anzubauen , da sich um den 
Hafen Ravennafs die sogenannte Classis als reiche Hafenstadt nach und 
nach erhoben hatte. 
 
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Diese Ravennatischen Bauten unterscheiden sich in wesentlichen Punk- Eigenthüm- 
ten von den römischen, obwohhsie zunächst von derselben Grundlage der  
Basilika ausgingen. Da aber hler nicht wie in Rom eine Menge antiker  
Reste zur Benutzung Vorhanden War, S0 musste man in höherem Grade 
selbstthätig sein. Die Säulen Wurden daher gleichmässig, und zwar aus 
prokonnesischem Marmor von der Insel Marmora, gebildet; sie erhielten  
das korinthische oder römisehe Kapitäl, aber mit einer strengeren, mehr 
antik-griechischen als römlschen Behandlung des Blattwerkes. Ausser- 
dem legte man einen würfelartrgen Aufsatz als Verstärkung des Abacus auf 
bis 9. Jahrhundert. 
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Fol. 
Berlin.
        

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