Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Architektur von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart ; mit 448 Holzschnitt-Ill.
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1679428
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1681600
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Zweites Buch. 
mündungen (Vomitoria) fand der Zugang zu den Plätzen statt. Den oberen 
Abschluss der Sitzreihen bildeten schattige Säulenhallen. Endlich erheisch- 
ten namentlich die amphitheatralisch aufsteigenden Sitzreihen, für welche 
die Griechen ein geeignetes ansteigendes Terrain auswählten, einen auf 
Bogen ruhenden Unterbau, da die Römer das ganze Theater auf ebnem 
Boden aufführten. Noch 60 Jahre v. Chr. scheint man bloss hölzerne Thea- 
ter gekannt zu haben , denn jenes des Marcus Aemilius Scaurus, welches 
damals aufgeführt wurde, war aus diesem Material, obwohl es damit die 
grösste Verschwendung der Ausstattung verband. Die Scena, drei Stock- 
werke enthaltend, war mit dreihundert und sechzig Säulen geschmückt, 
die Wände mit Marmorplatten, vergoldeten Tafeln und  ein seltner Luxus 
 mit Glas bedeckt, und dazu kamen Gemälde, kostbare Teppiche und 
dreitausend eherne Statuen, die den für 80,000 Mensehen berechneten 
Prachtbau auf's Glänzendste zierten. Man sieht indess, wie auch hier der 
Geschmack der Römer mehr auf Entfaltung blendenden Prunks als edler 
Schönheit gerichtet 
Fig- 105- war. Bald darauf wur- 
aßg B l l g n, den jedoch steinerne 
{Q9   _40 Theater errichtet, die 
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ge       i, o? gedehnten GAmEn- 
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    llllml  IHM-mit,   P   zur Verbindung der 
Anzahlvon Corridoren 
Theater des Marcellus. Räume und Aufnahme 
 der Treppen. Nach 
aussen, wo sie sich mit Bogenstellungen öffneten, wurden sie durch Pila- 
ster von dorischer, ionischer und korinthischer Ordnung gegliedert, welche 
durch Architrave verbunden Waren. Da der ganze Raum oben offen war, 
wurden zum Schutz gegen Sonne und Regen mächtige T eppiche, an riesi- 
gen Mastbäumen befestigt, darüber ausgespannt. Auch diese Teppiche 
wurden ein Gegenstand des Luxus, indem man sie mit kostbar gewirkten 
Darstellungen schmückte. Manche Reste von Theatern sind uns erhalten; so 
in Rom die Aussenmauern vom Theater des Marcellus, in den Palast 
Orsini verbaut, zu PQmPeÄi und Herculanum, zu Orange in Frank- 
reich, zu Catania und Taormina in Sicilien, letzteres von beträcht- 
licher Ausdehnung: 330 F- im Durchmesser ; ferner in Kleinasien f) trefflich 
erhaltene, grossartig angelegte Theater zu Pa tara , Asp en d u s u. Myra. 
Tez ie: 
scription de PAsie mineurc. III.
        

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