Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Architektur von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart ; mit 448 Holzschnitt-Ill.
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1679428
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1681446
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Zweites Buch. 
noch zu sagen, dass sie an den Prachtwerken römischer Architektur in 
einer den übrigen Theilen entsprechenden Fülle der Gliederung auftreten. 
Ausser der attischen Basis wird mit besonderer Vorliebe eine reichere Form 
angewandt, welche einen doppelten Trochilus nach imten wie nach oben 
mit je einem runden Wulst einschliesst imd diesem mannichfachen Formen- 
wechsel durch aufgemeisselte Blätter, Kränze und Flechtwerk ein noch 
freieres Leben, eine noch schlagendere Wirkung verleiht. 
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Vom Gebälk und den übrigen Gliedern des römischen Säulen- 
baues ist zu bemerken, dass sie ebenfalls am meisten dem Muster der 
korinthischen Ordnung folgen. Doch sind auch hier gewisse willkürliche 
Umgestaltungen zu erkennen. Die Glieder werden gehäuft, die Proiile in 
VOÜCTQY Weise gebildet, die Consolen namentlich vielfach und mit reichster 
Decoration angewendet und selbst mit Zahnschnitten verbunden, wie Fig. 91 
zeigt, Ornamente von mancherlei Art verschwendet und manchmal selbst 
zum Theil am Architrav angebracht. Der leitende Gesichtspunkt ist dabei 
nicht jene feine Rücksicht auf die Construction und die in ihr begründete 
Bedeutung der Glieder, die bei der griechischen Architektur allein mass- 
gebend war, sondern lediglich die Erzielung eines äusseren Effects, der um 
so mehr gesteigert werden musste, je massenhafter sich die Architektur 
selbst entfaltete. Wo dagegen, besonders an mehrstöckigen Gebäuden, der 
dorische oder ionische Styl zur Anwendung kommt, da sieht man die
        

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