Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Architektur von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart ; mit 448 Holzschnitt-Ill.
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1679428
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1681437
Drittes Kapitel. 
Römische Baukunst. 
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punkte gleich geeignete Form empfahl sie sich, wie schon oben gezeigt 
wurde, zur, freiesten baulichen Verwendung; in ihrer mehr ornamentalen 
als streng constructiven Entfaltung entsprach sie dem Princip, nach welchem 
die Römer die Architektur mehr als einen Schmuck denn als eine tief noth- 
wendige, ideale Aeusserung des Lebens auffassten; in ihrer reichen Pracht, 
die obendrein einer willkürlichen Behandlungsweise breiteren Spielraum 
darbot, musste sie für eine Baukunst, die weltlicher Macht als Verherr- 
lichung dienen sollte, die geeignetste erscheinen. Dazu kam , dass die 
römische Kunst das Blattwerk dieses Kapitals (vgl. Fig. S9) voller, schwel- 
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lender bildete als die griechische, die dasselbe feiner, zarter, zugespitzter 
behandelte. Dennoch blieb der römische Baugeist nicht bei ihr stehen; in 
dem Streben, für seine kolossaleren Werke ein Kapital zu finden, das reiche 
Zierlichkeit mit schwerer Pracht Verbände, griff er zu der Auskunft, auf 
den unteren Theil des korinthischen Kapitals anstatt der leicht elastischen 
Spiralstengel die breiten Voluten sammt dem Echinus des ionischen Kapi- 
täls zu legen. So entstand das sogenannte Com-posit- oder. römische 
Kapital (Fig. 90), eine Form, die nicht eben glücklich gewählt ist, da 
sie statt des lebendigen Aufspriessens der leichten Glieder einen unver- 
mittelten Gegensatz zwischen den zarten Spitzen der aufrechtstehenden 
Akanthusblätter "und dem schwer wvuchtenden , horizontal aufliegenden 
Echinus sammt den Voluten zur Schau trägt. _Von den S äul enbason ist 
Römisches 
Kapitäl.
        

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