Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Architektur von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart ; mit 448 Holzschnitt-Ill.
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1679428
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1681267
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Zweites Buch. 
Reste auf 
Delos. 
Demeter-T. 
zu Paestum. 
Styl ist ein der Epoche gegen Ende des vierten Jahrhunderts entsprechender 
ionischer; die Pfeiler waren mit reichen Kapitälen bekrönt, ! von denen ein 
Beispiel auf "S. 9G unter Fig. 65 vorliegtß. Sehr merkwürdig sind sodann 
_die Reste eines seltsamen Baues auf der Insel Delos, den man als den 
im Alterthume berühmten vhörnernen Altarrr bezeißhnßn Zll dürfen glaubt. 
Es Sind dorische Halbsäulen, mit Pilastern verbunden, letztere durch ein 
Kapital bekrönt, das durch den Vorderkörper zweier ruhender Stiere ge- 
bildet wird. Ebenso ist anstatt der 'l'riglyphen jedesmal ein Stierkopf "an- 
geordnet, ein Beweis, wie vollständig damals die ehemalige structive WVesen- 
heit dieses Gliedes aus dem Bewusstsein verschwunden war. Endlich wird 
man dem Anfang dieser Periode den sogenannten Tempel der D eme ter zu 
P a e s tum zuweisen müssen, der zwar manches Schwere in den Verhältnissen 
beibehalten hat, aber nicht allein durch Beimischung weicherer ionischer 
Formen, wie der blattgeschmückten YVelle unter dem Friese, sondern auch 
durch -.missverstandene Behandlung gewisser Glieder sich als Werk der 
späteren Zeit zu erkennen gibt. So schlicsst er auf den Ecken gegen alle 
"Regeln dorischer Architektur mit einer halben Metope; so trennt er gleich 
manchen sicilischen Werken den Echinus vom Säulenschafte durch eine 
mit Blättern decorirte Hohlkehle, die der Säule etwas Kraftloses, Gebroche- 
nes gibt (Fig. 80). Nicht minder abweichend ist, dass die Säulen der Vor- 
Fig. S1, 
X 
1M 
anmmmmummß 
  M    
Q     
Basilika zu 
Paestunn  
Bauten 
Kleinasiens. 
halle-eine Basis zeigen und dass der Pronaos nach italischer Sitte durch 
drei Seiten einer Prostasis von je vier Säulen gebildet wird. Eben daselbst 
gehört auch die sogenannte Basilika, deren Bestimmung jedoch bei der 
ungewöhnlichen und abweichenden Anlage des Gebäudes sehr zweifelhaft 
erscheint, wohl dem letzten Jahrh. v. Chr. an.  Für die ionische Bau- 
weise geben uns die kleinasiatischen Bauwerke dieser Epoche k) die glän- 
zendsten Beispiele des ohne Einwirkung des Dorismus in reinster Eigen- 
thümlichkeit, wenngleich schon in einer gewissen Ueberfeinerung gehand- 
habten Styles. So zeigt ihn der in den Anfang dieser Epoche fallende, von 
  Ionian antiquities by the Suciety of Diletßami, 
VASie Mineure. 3V01s. F01. Paris. 
3 Vols. F01. London. 
Texier. 
Description de
        

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