Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Architektur von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart ; mit 448 Holzschnitt-Ill.
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1679428
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1681233
Erstes Kapitel. 
Griechische Baukunst. 
115 
dorischen und ionischen Styles erscheint der Tempel des Apollo Epikurios 
zu B ass a e bei Phigalia in Arkadien, von Ik tinns, dem Baumeister des 
Parthenons, um 430 erbaut. Es ist ein hypäthraler Peripteros bei 47 Fussi 
Breite 125 Fuss lang, von sechs zu funfzehn dorischen Säulen umgeben, 
deren Höhe gleich Bgfß, deren 
Fig. 78- ß Zwischenweite gleich lßfä 
  Twnwtl   i] Durchmesser sehr edle Ver- 
ff Ü itii"; ifqjigijiwgifi. ("U1 3-1 hältnisse ergeben. Auffallend 
HI  C1  sind die drei Einschnitteüam 
1' O o o O  Halse der Säule, Während die 
Q I . Q l g g  besten attischen Monumente 
b; .1 f dieser Zeit nur einen Ein- 
377.: .2! WQAQV gwgwgjgiitgg  schnitt zeigen. Dies sammt 
    manchen anderen, besonderen 
Avollßtßmvßl zu Bassae-  Formen scheint zu verrathen, 
dass Iktinos zwar den Plan 
des Tempels entworfen, die Ausführung und die Leitung desselben aber 
anderen Händen anvertraut waren, die sich nicht frei von Provinzialismen 
hielten. Besonders eigenthümlich ist die Einrichtung des Hypäthrons (siehe 
den Grundriss Fig. 78). Fünf Paar Wandpfeiler springen im Innern aus 
den Mauern der Cella weit vor und runden sich an ihrer Vorderseite zu 
Halbsäulen, welche ein originell und kräftig behandeltes ionisches Kapital 
krönt (Fig. 79). Diese trugen den mittleren Theil des Daches. Ganz selt- 
Tempel 7.1 
Bassae. 
sam endlich ist eine andere Säule geformt, Welche vermuthlich in' der Cena 
hinter dem Bilde des Gottes stand. Sie zeigt ein Kapitäl, das als eine frühe 
Form des korinthischen zu betrachten ist, denn es hat die Kelchgesta-lt, 
einen Kranz von Akanthusblättern und eigenthümlich schwer gebildete 
Voluten auf den Ecken. Nur geringe Reste endlich sind vom 'l'empe1 des 
Zeus zu O lympia auf uns gekülnmen, der von Libon erbaut und gegen 
435 vollendet wurde. Auch er war ein hypäthraler Peripteros dorischen 
Styls von bedeutenden Verhältnissen, bei denen die ungewöhnliche Schmal- 
heit im Vergleich zur Längenrichtung auffällt (95 zu 230 F. nach Pausanias). 
Ü? 
Zeusteuzpel 
zu Olympia.
        

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