Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Architektur von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart ; mit 448 Holzschnitt-Ill.
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1679428
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1681157
Erstes Kapitel. 
Griechische Baukunst. 
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auf seiner dreistufigen Marmorterrasse, hoch über der Stadt schwebend,  
eine sichtbare Gewähr des Schutzes der Göttin. Hier offenbart sich der 
dorische Styl in unvergleichlicher Hoheit und Vollendung. Die kolossalcn 
Säulen, 52A, Durchmesser hoch, streben in edler Schlankheit empor, von 
einem Kapital gekrönt, dessen Glieder. das kräftigste und zugleich arimuth- 
vollste Leben athmen. Ein Aiiklingen an ionische Bildungsweise verrathen 
die Perlenschnüre über den Triglyphen , so wie das mit Blättern sculpirte 
 Kymation und die Perlenschnur unter 
Fis- 7?- den Kapitälen der Anten. Aehnlich 
ä verhält es sich mit den übri en Glie- 
'   ä  dem, so dass noch jetzt in seiner 
Äiifl    Zerstörung der herrlichli Bin das 
h;  Summ   hochste Blntzucken beiA en Hervor- 
 Ü   ruft, die ihn zu schauen so gluekhch 
 l  v"    waren. Dazu kommt der feine Gold- 
 iÄl   ton, mit welchem das im Marmor 
  Q  9   enthaltene Eisenoxyd im Laufe der 
 Ü "Ilislhmwmßs   Jahrhunderte das aus pentelischem 
Q .7. Q g   Stein erbaute Denkmal angehaucht, 
     und welcher bei manchen heutigen 
    Forschern der Annahme von einer 
  e" N  durchgängigen Uebermalung des 
a  l "i: M" ä "   griechischen Tempels scheinbare Be- 
  9 9 13;,  Währung gegeben hat. Die Anord- 
  Q Q   nung des Innern, dessen Fussboden 
  m Q   etwas höher liegt als der des Peri- 
  9 N  g 31;; styls, war die eines hypäthralen 
  Q "w" ß   Baiäas. Yen der:  Iilussdbräitenl; 
   98 uss angen e a Wur e urc 
iß  ä g   eine Wand ein hinterer Raum (Opis- 
Q  Q g   thodomos) abgetrennt. Der vordere, 
  Ü m-   grössere Baum, die Cella, war durch 
  w.   zwei Reihen von Säulen getheilt, 
     welche eine Galerie und ohne Zweifel 
   Prnrzaos   eine zweite Säulenstellung trugen. 
 4    Auf dieser ruhten die Flügel des 
  Daches. Die Spuren in der Ober- 
     Q Q  .15: äliicheddes Stylobats haben ergeben, 
an:  ass ie unteren Säulen 372 Fuss 
Grundriss des Partheiioii. lDurchmesser und l ß Canelluren 
atten. S0 wurde ein breiter Mittel- 
raum abgegrenzt, der im engeren Sinne den Namen des Parthenon führte, 
weil in ihm, durch das hypäthrale Oberlicht beleuchtet, die Kolossalstatue 
der Göttin thronte. Die Seitenhallen dagegen wurden nach ungefährer 
Bezeichnung ihrer Länge Hekatompedon (der liundertfüssige Raum) genannt. 
Erst C. Böttvfclierk eben so Scharfsinnige als gründliche Forschung hat über 
die Benutzung dieser verslehieilenen Räume, so wie die Bedeutung des 
ganzen Baues das erwünsc te Lieht verbreitet. Demnach ehörte der Par- 
thenon zur Klasselder Agonal- oder Festtempcl, die, ohne ileligiöse Weihe,
        

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