Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Architektur von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart ; mit 448 Holzschnitt-Ill.
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1679428
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1681099
Erstes Kapitel. 
Griechische Baukunst. 
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bildung. Er ist ein hypäthraler Peripteros von G zu 12 Säulen und bekundet 
auch durch seine keineswegs bedeutenden Verhältnisse von nur 45 Fuss 
Breite bei 94 Fuss Länge jenes Grundgesetz weiser Maassbeschränkung, 
das an den edelsten Werken griechischer Architektur vorherrscht. Die 
Säulenhöhe ist hier auf 57„ Durchmesser gesteigert. und auch die Einzel- 
formen, wenngleich noch streng, lassen doch eine Milderung jener alter- 
thümlich starren Bildungsweise erkennen. Die ehemalige hypäthrale An- 
ordnung des Innern lässt sich aus zwei Reihen von je fünf Säulen erkennen, 
Fig. (S7. 
 
Kapitäl vom Tempel zu Korinth. 
die den Raum der 21 Fuss weiten Cella in drei Schiffe theilten. Berühmt 
sind die wohlerhaltenen Statuengruppen der Giebelfelder, welche, mit kla- 
rem Bezug auf die kaum beendeten Perserkriege, Scenen aus dem Kampfe 
der Griechen gegen die Trojaner darstellen. Sie sind gleich dem Dach und 
dem Gesims aus Marmor gearbeitet, während die übrigen Theile aus Sand- 
stein gebildet und mit einem feinen Stuck überzogen Waren.  In naher 
Verwandtschaft zu diesem Werke findet sich der Tempel der Th emis zu 'l'humis-'l'. zu 
Rhamnus, in Attika gelegen. Doch hat er nur zwei Säulen in antis. Rh"m""s' 
Seine in polygonem kyklopischem Werk erbauten Mauern hält man für den 
Rest eines älteren, vermuthlich von den Persern zerstörten Heiligthumes, 
Eine grössere Anzahl alterthümhcher Denkmäler gehört Sicilien Reste 1„ 
und Unter-Italien an. Auf Sicilien allein finden sich von über zwanzig siclllm 
Tempeln mehr oder minder bedeutende Reste , darunter Werke von kolos- 
salem Umfange d). Sie legen mit ihrer gebrochenen Pracht Zeugniss ab von 
der Blüthe und Macht, zu welcher Jene reichen griechischen Pßanzstädte  
sich im fünften Jahrh. aufschwangen, nachdem sie die Angriffe der Kar- 
thager im J. 480 siegfelßh zurüßkgeschlagen hatten. Fast allen sicilischen 
Monumentcll ist die langgestreckte Anlage des Tempels, die Schmalheit 
der Cella und die Weite des äusseren Peristyls, der sich dem pseudodipte- 
rischen Verhältniss zunelgt, gemeinsam. Sechzehn dieser Tempel haben 
eine laeripterale Saulenhalle, und innerhalb derselben sind die meisten als  
T. in antis, drei in der Form des Prostylos, kein einziger als Amphiprostylos 
gestaltet. Das Material, eln grobkörniger Kalkstein, dem ein Stucküberzug 
 Duca a1 serradvqlcv (Dßmßnißv 10 Fasß Piolrasanta). Antiquitä della. Sicilia. ävoll. Fol- Pa- 
lgnno   J, Hztforf et L. Zanth. Architccture nntique de In Sicile. 1 Vol. F01. Paris (Denlg- 
miiler von Segesta und SehnunÜ- 
        

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