Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Architektur von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart ; mit 448 Holzschnitt-Ill.
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1679428
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1681047
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Zweites Buch. 
terisirten Abakus nicht geradlinig, sondern nach "der Mitte, wo jene Blume 
hervorknospt, eingezogen, während seine spitzwinklig zusammenstossenden 
Ecken über dem Volutenpaar schräg abgeschnitten sind. Das schönste Bei- 
spiel dieser Art ist uns am Lysikratesdenkmal zu Athen (vgl. Fig.-81) auf- 
bewahrt. Ein anderes, ebenfalls Änoch von griechischer Hand zeugend, 
wenngleich schon in schematischer Weise ausgeführt, hat man unter den 
Trümmern des Apollotempels bei Milet (Fig. (34) gefunden. Diese Kapitäl- 
form, die den Uebergang von der Säule zum Architrav in brillantester Weise 
vermittelt, hat in der Folge die allgemeinste Verbreitung erfahren. Sie kehrt 
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aus der Einseitigkeit der ionischen Kapitälform wieder zur allseitig gleich 
durchgeführten des dorischen Styles zurück und erweist sich also, ohne 
mühsame Umgestaltung, für jeden Standort der Säule zweckmässig. Von 
der idealen Sinnesart der griechischen Kunst weicht sie freilich in so fern 
ab , als sie die structive Wesenheit in durchaus realistischer Weise auszu- 
drücken sucht, obwohldie Art, wie dies geschieht, das feine hellenische 
Schönheitsgefühl nicht verleugnen kann. Durch die freiere Nachahmung 
und Aufnahme von Naturformen, welche die korinthische Bauweise herbei- 
führte, kam man nun auch dazu, den Kreis der anwendbaren Formen zu
        

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