Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Architektur von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart ; mit 448 Holzschnitt-Ill.
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1679428
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1680929
S4 
Zweites Buch. 
Platte bestehend, welche einerseits auf den Balken, andrerseits nach vorn 
hinter dem Geison ruht, wird in quadratische Felder (Kalymmatia) reihen- 
weise getheilt, deren edes bandartig umsäumt ist. Zur grösseren Erleich- 
terung der Decke erhalten die Felder eine Höhlung, i_n deren Vertiefung 
auf blauem Grund ein goldner Stern die Himmelsdecke sinnbildlich andeu- 
tet. Nach der inneren Seite tritt anstatt der Triglyphen und Metopen , die 
nur für die Schauseite berechnet waren, ein gleichmässig aus grossen Stein- 
balken bestehender Fries ein, an manchen Denkmälern mit Reliefdarstel- 
lungen geschmückt, der auch hier mit dem Epistyl durch ein wie ein vor- 
tretendes Plättchen gestaltetes Band (Tänia) verknüpft wird. Im Innern der 
Cella herrscht dieselbe Form des Frieses. Ist der Tempel ein Peripteros, 
wie in der untenstehenden Zeichnung Fig. 52a; so hat er im Innern zwei 
Säulenportiken, die manchmal einen Umgang um den Mittelraum bilden. 
Die obere Portike, zu der man auf einer steinernen Treppe gelangt, be- 
steht dann aus Säulen von kleineren Dimensionen. 
 Fig. 52a.  
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Tempel des Poscidon zu Paestum. 
Querschnitt. 
Bemalung. Zu dieser plastischen Ausstattung kam, um den Eindruck des Tem- 
pels zu erhöhen, noch eine theilweise Bemalung mit verschiedenen Farben 
(Polychromie), die sich aber ohne Zweifel nur auf Fries, Gesims und den 
Giebel erstreckte. Diese prangten in lebhaftem Farbenschmuck, während 
das eigentliche Gerüst der tragenden Glieder  Säulen und Epistyl  im 
Materißl- blendenden Glanze des weissen Marmors strahlte. Aus diesem Material 
liebte man die Tempel aufzuführen, und nur wo die Gelegenheit oder die 
Kosten "zu seiner Beschaffung fehlten, behalf man sich mit geringeren Stein- 
System der arten, die dann wohl mit polirtem Stuck bekleidet wurden. Die Triglyphen 
p"lycl"iomiu' scheinen meistens blau gewesen zu sein, mit stärkerer Betonung der Fur- 
chen, die Metopen und das Giehelfeld zeigten dann als kräftigen Hinter- 
grund für die marmornen Bildwerke ein entschiedenes Roth. Doch kommt 
auch hier wohl Blau vor oder auch gar keine Färbung. Am Theseustempel 
zu Athen, einem der edelsten Werke der Blüthezeit, sind sodann die 'I'ropfen 
gleich dem Plättchen unter der Hängeplatte des Kranzgesimses roth, die 
Viae und das Ricmchen unter den Triglyphen (gleich diesen selbst) blau: 
Der innere ltries, der sich an der YVand der Cella hinzog, hatte blauen
        

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