Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keramik, Tektonik, Stereotomie, Metallotechnik für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 239 in den Text gedr. Holzschn. und 5 farb. Tondrucktaf.
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1673108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1674105
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Fünftes 
Hauptstück. 
Gothische Kelche findet man dargestellt in Pugin's designs 
for Gold and Silversmiths und in Digby Wyatfs Buch on 
Metal work. 
Der Erührenaissancestil gibt sich in seiner Eigenthümlichkeit 
schön zu erkennen an dem Beispiel des von Holler gestochenen und 
in dem magazin pittoresque, Jahrg. 1851, wieder gegebenen Kelches. 
Ein anderes bekanntes Beispiel ist der Kalix von Schweinfurt (1519), 
in dem Kapellenschatze des Schlosses Marienberg bei Würzburg. 
Verschiedenes in diesem Stil enthalten die Werke der von Rey- 
nard reproducirten sogenannten Kleinmeister des 16. und 17. 
Jahrhunderts. (Siehe unter Metallotechnik.) 
Der Kelch wurde auch für profanen Gebrauch und Luxus 
eine beliebte Form, nur dass aus den mittelalterlichen Jahrhun- 
derten wenig davon übrig geblieben ist, Weil sie nicht wie die 
heiligen Geräthe durch die Ehrfurcht des Altertliümlichen ge- 
schützt und mehr dem Wechsel der Mode ausgesetzt waren, die 
niemals Anstand genommen hat die alten Formen zu vernichten, 
um aus den edlen Stoffen, Woraus sie bestanden, neue zu bilden, 
 abgesehen von der unermesslichen Menge von Kunstwerken, 
die der Noth und dem Raube als Opfer Helen und zu Geld ge- 
prägt Wurden. 
Besonders rücksichtslos war man in dieser Beziehung im 13. 
Jahrhundert, zu der Zeit des Uebergangs in den gothischen Stil, 
und eben so verfuhr die Renaissance im Laufe des 16. Jahrh, 
mit den gothischen Hausschätzen. Auch später war man nicht 
konservativer gesinnt; doch haben sich profane Prachtkalixe in 
Silber, Gold, Glas, Krystall, Elfenbein, Onyx, Fayence, aus dem 
15., 16. und 17. Jahrhundert, noch in ziemlicher Anzahl erhalten. 
Ein interessantes Specimen wie die Renaissance diese Form 
zu weltlichen Zwecken benützte ist die berühmte Komposition 
des Hans Holbein, die im Printroom des Br. Museums gezeigt 
wird. In Oxford wird ein sogenannter Giftbecher im reichen 
Renaissancestile aufbewahrtß Desgleichen im Br. Museum der 
berühmte dem B. Cellini zugeschriebene Silberkalix. 
Bereits im  95 unter c wurde des Bechers, als einer Form 
die dem griechischen Psykter oder dem Kühlgefasse entspricht, 
1 Veröffentlicht mit andern Gefässen derselben 
illustr. London News. Jahrg. 1849. 
Gattung 
und Zeit 
den
        

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