Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keramik, Tektonik, Stereotomie, Metallotechnik für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 239 in den Text gedr. Holzschn. und 5 farb. Tondrucktaf.
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1673108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1674067
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Fünftes 
Hauptstück. 
deutender Grösse und reich skulptirt, aus Tondern, stahl ein Jude 
aus dem Museum in Kopenhagen, und es ist nur noch in effigie 
vorhanden. 1  
Die noch jezt üblichen 'l'rinkhörner in England haben Ge- 
stelle, worauf sie gelehnt werden, in Gestalt von dreifüssigen 
Drachen oder Üngeheuern, nach früh mittelalterlichen Vorbildern, 
deren einige sich in der Goodricourt-Sainmlung befinden und in 
dem darüber erschienenen Kitpferiverke abgebildet sind. 2 
Die meisten Hörner aus Metall, Elfenbein und sonstigen Stoffen 
aus dem Mittelalter, die in den Sammlungen gezeigt werden, sind 
mehr Signalhörnei" und gehören nicht eigentlich hierher. 
Ausser dieser durchaus eigenthümlichen Form, die als 'l'richtcr 
zu der einfachsten und ungemischtesten der gesammten Keramik 
gehört, an welches Wort ihr Name, Keras, in auffallender Weise 
erinnert, lassen sich, wie gesagt, alle Trinkgefitsse, so gross ihre 
Verschiedenheit in Form und Grössc sein mag, einigen der Kate- 
gorien von Gefässgestaltungen unterordnen, die wir bereits kennen 
gelernt haben, indem sie nur durch Grössenverhältnisse und durch 
ihre Beiwerke, namentlich" durch die besondere Applikation und 
Gestaltung der Henkel und Füsse, sich als Trinkgefasse von an- 
deren Vasen und unter sich unterscheiden. Man sollte meinen 
dass gewisse Grundformen von Gelassen, wie z. B. die tiefe enge 
bchalste Amphora, das hohe Gussgefäss, und andere zum Trinken 
mehr oder weniger ungeeignete Formen, dabei ausgeschlossen ge- 
blieben seien, jedoch scheint es als 0b Mode und Zeoherlaune für 
das Wetttrinken mit Hindernissen gerade zuweilen die unbequem- 
sten, besonderen Trinkstil bei ihrer Benutzung benöthigeilden, 
Trinkgefässe erfunden hatten. So gab es z. B. beutelförmige, 
nach oben engere, Becher (Aryballoi); der Kothon war ein Gefäss 
mit breiter, nach innen umgekrempter, Mündungf Woraus sich 
nur trinken liess wenn man den Nacken weit zurückbog, aber 
es war bequem zum Schöpfen aus Bächen, und der zurückge- 
1 'I'r0gil Arnkiel, Beschreibung des zu Tondern im Holsteinischen 1636 
gefundenen goldenen Horns, nebst einer Abhandlung etc. Kiel 1683. 8". 
2 The collection of Llewelyn Meyrick Esq. at Gondrik-court Herefordshire. 
After the drawings and with description of Dr. Meyriek by Joseph Skeltml. 
F. A. S. Lond. 1830.  
3 Es wurde daher als fettlippig (nuzüoroyogy) bezeichnet. Athen. XI. 
pag. 483. E. 
        

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