Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keramik, Tektonik, Stereotomie, Metallotechnik für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 239 in den Text gedr. Holzschn. und 5 farb. Tondrucktaf.
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1673108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1673975
Keramik. 
der Gefässe. 
Klassiükatioxl 
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Mit der Renaissance wurde die reinere und einfachere Schön- 
heit des antiken Gussgefässes erkannt und mit Begeisterung wie- 
der aufgenommen. Keine andere Gefzissform ist wegen des ihr 
innewohnenden Reichthums an Motiven der Verbindung des 
phantasiereichen, romantisch mittelalterlichen und orientaliSßhßH 
Geschmacks mit antiker Formenreinheit günstiger, und s0 gewinnt 
sie in dieser goldenen Zeit der modernen Kunst den ersten Rang 
unter den Prachtvasen. 
Von nun an tritt der antike Archctyp überall als Grundfßfln 
wieder hervor, aber modiiicirt durch freie geistreiche und zuglßißll 
in hohem Grade verständige Auffassung der stilbedingenden Um- 
stände, und Berücksichtigung der neuen unendlich reichen Mittel 
der technischen Ausführung, welche die Alten nicht kannten, oder 
welche doch wenigstens erst in veränderter Weise von den NeußrIl 
 nach unbestimmten Angaben in alten Texten, 
j  oder nach einzelnen erhaltenen Bruchstücken 
"ff"  antiker Kunst, wieder aufgefunden werden 
  mussten. Zugleich wurden sie durch die 
Jä,   bildnerischen und malerischen Beiwerke, mit 
 denen man sie so verschwenderisch aus- 
 stattete, zu Kunstwerken höherer Bedeutung 
t,  Y  erhoben, an denen sich Künstler ersten Ran- 
g,  ges bethätigten. 
Diese Erzeugnisse aus Fayence, Email; 
  Goldschrniedsarbeit, Bronze, Krystall und 
 andern Stoffen tragen zu sehr das Gepräge 
 der letzteren, die auf ihre Gestaltung und 
 Ornamentation einwirkten, sind zugleich 
RenaiSSauce-Gussgefäss. als reine Schaugefässe und Kunstgebilde 
 ihrer Form nach zu wenig von dem eigen?" 
liehen Zwecke und der Nutzung beherrscht, dass es nicht 1119111" 
unserem vorgesteckten Plane entsprechen sollte, sie mit andern 
Erzeugnissen der Vasenkunst des cinquecento erst an den 311911611 
naher zu berücksichtigen, wo von den technischen Proceduren 
die Rede sein wird, die bei ihnen angewandt wurden. 111- 
dess sei zur Veranschaulichung der herrschenden Grundzüge, 
welche dieses Gefäss von der Renaissance annahm , hier der Um- 
riss einer emaillirten Vase aus dieser Kunstperiode beigefügt- 
(Seite 61.) 
        

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