Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keramik, Tektonik, Stereotomie, Metallotechnik für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 239 in den Text gedr. Holzschn. und 5 farb. Tondrucktaf.
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1673108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1679247
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Elftes 
Hauptstück. 
Guss metall 
Baukunst. 
Die dynamischen und technischen Eigenschaften der Gussmetailc 
sind von denen gehämmerter Metalle sehr verschieden. Sie sind 
spröder, leichter zerreissbar, von weit geringerer relativer Festig- 
keit; dafür ist ihre rückwirkende Festigkeit bedeutend grösser und 
sind sie minder biegsam. Beides Wirkt zusammen, um den Guss- 
mctallen ihre Stelle in der Baukunst und in der Geräthekunst 
anzuweisen. 
Das Gussmetall hat wegen seiner Sprödigkeit einiges mit dem 
Steine als Baustoff gemein. Eine Konstruktion aus reinem Guss- 
eisen darf daher nach den Grundgesetzen der Stereotomie gedacht 
und ausgeführt werden; das Gleiche gilt auch von Gussbronze. 
Beispiele: Ehemaliger Pont du Jardin des Plantes, Paris, 
konstruirt nach dem Wölbprinzipe, aus hohlen durchbrochenen 
Kassetten, die allein im Sinne rüekwirkender Festigkeit thätig sind. 
Kuppel der Halle aux Bles, Paris: nach gleichem Prinzipe 
konstruirt. 
Antike Gitter aus Gussmetall, nach dem Vorbilde der durch- 
brochenem antiken Steinplatten, obschon leichter. 
Gitter um den Altar der Madonna der Kirche Or-San Miehele 
Von Orgagna. Gegossene gothisehe Rosetten aus Bronze, von 
weissmarmornen Rahmen eingefasst. 
Bei gemischten Konstruktionen sind den Gussmetallen die ihnen 
gebührenden Rollen zuzutheilen, sind sie nach ihren Thätigkeiten 
auch artistisch zu behandeln (Hauptstück 7. über das Absolut- 
Formale der Tektonik; ferner  175 u. 183 dieses Hauptstücks, 
auch sonst passim). 
Beispiele (keine Vorbilder): Das Ausstellungsgebätilde zu Paris. 
Das neue zu London. 
Bibliothek der Ste. Genevieve, Paris. 
Daehstühle vieler Bahnhofshallen. 
Metallgegossener I-Iausrath. 
In 
Buch s 
Betreff seiner glauben wir schon in dem  68 des ersten 
und besonders in den  139 bis mit 142 der Tektonik das 
1 Das Gusseisen wird erst in der spätgothischen Zeit in die Baukunst e 
geführt. Derartige Details zu Nürnberg die mir bekannt ältesten.
        

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