Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keramik, Tektonik, Stereotomie, Metallotechnik für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 239 in den Text gedr. Holzschn. und 5 farb. Tondrucktaf.
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1673108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1679226
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Elftes 
Ilauptstiick. 
Polirte Stellen wirken als höchstes Lieht und als tiefster 
Schatten je nach der Richtung der Lichtstrahlen. Daher ist es 
nur bei fester Beleuchtung und auch dann noch unter Berück- 
sichtigung anderer Umstände rathsam, Stellen, von denen die 
Komposition unbedingt fordert, dass sie hell erscheinen, zu poliren. 
Die Politur Würde ich daher nur bei ganz konventionellen Formen, 
z. B. auf Eiern, Perlen, ornamentalen Blattrippen oder an Gegen- 
ständen, die auch in der Wirklichkeit glänzend erscheinen, wie 
Sternen, Blumen, Käfern, Kronen, Schwertern, Schilden, Knöpfen 
u. dergl. empfehlen. 
Zu dem sogenannten Rehausse, das immer hell wirken sollte, 
ist nur mattes Gold oder Silber zu nehmen, besonders auf Ca- 
rnayeux und farbigen Bildern oder Arabesken. Jedoch sind mit 
dem Polirstahl ausgeführte Schraffirungen auf mattem Golde oft 
von ausgezeichneter Wirkung. 
184. 
Das 
Gnssmetzull. 
Das Metall ist durch seine Eigenschaften für die Proeedur 
des Giessens günstiger beschaffen als irgend ein anderer Stoß", 
so dass jede Form der Kunst und selbst der sinnlich fassliehen 
Natur in Gussmetall darstellbar ist. Dazu die Hämmerbarkeit, 
die grosse stereotomisehe Bildungsfähigkeit, die Löthbarkeit der 
Metalle, Eigenschaften, die für weitere Ausbildung gegossener 
Metallprodukte eine Fülle von Hülfsmitteln bieten, wie es bei 
keinem sonstigen Stoffe der Fall ist. Ein dritter Vorzug des 
Metalls als Gussstoff besteht noch in seiner Biegsamkeit und der 
starken Kohäsion seiner Bestandtheile, die ihn vor allen andern 
plastischen Stoffen auszeichnen, so dass daraus ein bestimmter 
Charakter der Leichtigkeit und des Zierlichen als Unterscheidungs- 
merkmal zwischen metallischen Gusswerken und plastischen Wer- 
ken aus Thon, Porzellan, Glas u. s. W. hervorgeht. 
Wir haben in den  178, 179, 180 den Gegensatz zwischen 
Guss- und toreutisehem Stile in seiner allgemein kunsthistorischen 
Bedeutung schon berücksichtigt und dürfen auf sie für den wich- 
tigsten Theil des auch diesem  angehörigen Stoffs verweisen] 
Eine 
interessante 
Parallele gewährt 
in 
dieser 
Beziehung 
das 
im 
ächten
        

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