Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keramik, Tektonik, Stereotomie, Metallotechnik für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 239 in den Text gedr. Holzschn. und 5 farb. Tondrucktaf.
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1673108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1679114
Metallotechnik 
(Metallarbeiten). 
Fläuhendekoration. 
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liehen Proeeduren sind an sich einfach, bedürfen aber grosser 
Genauigkeit in der Ausführung. Das Wichtigste aber ist die ge- 
schmackvolle Anwendung dieses Mittels, die an sich etwas todten 
(Weil vollständig undurchsichtigen) Metallflächen zu beleben.  
Man verfährt anders auf Stahl und Eisen, anders auf Bronze, 
Messing, Silber und allen weicheren Metallen. 
Verfahren beim Damasciniren auf Eisen.  Es ist 
verschieden, je nachdem der Gegenstand eine glatte Flache bildet 
oder Erhabenheiten und Biegungen hat. Im ersten Falle bedeckt 
man die ganze Oberfläche, die Dainascinirungen erhalten soll, 
mit einer sehr feinen Taille, ähnlich wie bei den zartesten Feilen. 
Auf der so präparirten Fläche werden die Gold- oder Silber- 
fädchen und Plättchen nach dem beabsichtigten Muster geordnet. 
Dann wird mit Hülfe eines starken Drucks oder durch Häm- 
merung das Ganze lixirt. Endlich wird es mit dem Polireisen 
behandelt, so dass die silberne oder goldene Plattirung mit dem 
Eisen eine Flache bildet und zugleich von der Taille keine Spur 
zurückbleibt.  
Wenn der Grund Unebenheiten hat, gebogen und geschweift 
ist, muss man die Zeichnungen einschneiden und die Gründe der 
zur Aufnahme der Damascinirungen bestimmten Vertiefungen 
sehraffiren, hierauf die Gold- oder Silberdrähte und Plättchen 
sorgfältig eindrücken. 
Bei weicheren Metallen ist das Verfahren schwieriger. Man 
muss dann die Ränder der vertieften Muster scharf untergraben, 
so dass unter der Pressung des Hammers und Polirstahles ein 
Schwalbenschwanzverband entsteht, der die sorgfältig eingepassten 
Fäden und Flächen festhält. 
Dies ist die antike einfache Art des Einlegens oder Damas- 
einirens der lllßtälllß, der im Allgemeinen die Westländer durch 
alle Zeiten der Kunstgeschichte gefolgt sind. Aber der Orient 
erfand die raffinirtere Methode des Damaseinirens en relief. 
Man gräbt den Grund zwischen den erhabenen Theilen heraus, 
bedeckt letztere mit Hülfe eines feinen Bunzstahls dicht mit kleinen 
Griibehen oder Löchern, Worauf das Silber oder Gold unter star- 
kem Drucke haften bleibt. Bei Haehen Damascinirungen, die 
oft mit jenen vermischt vorkommen, verfährt man auf die euro- 
paisehe Art. 
Von dem Alter dieser Technik zeugen assyrische BTODZCPliLitCII
        

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