Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keramik, Tektonik, Stereotomie, Metallotechnik für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 239 in den Text gedr. Holzschn. und 5 farb. Tondrucktaf.
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1673108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1679109
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Elftes 
Hauptstück. 
Berühmteste WVerke dieser Art: Eine „Pax" in dem Schatz 
der Madonna zu Arezzo. Garnitur einer Krystallvase von Bcnv. 
Cellini, Florenz. Garnituren verschiedener Krystalle und Gem- 
menvasen in Paris, Dresden, Wien u. s. W. 
Wir schliessen mit einer Notiz über orientalische Schmelz- 
arbeiten. Unter diesen verdienen die indischen besondere Berück- 
sichtigung, nachdem der chinesischen Emails (die übrigens erst 
späten Datums sind) schon Erwähnung geschehen ist. 
In Persien und Indien werden alle oben bezeichneten Arten 
der Schmelzarbeit noch jetzt ausgeführt, jedoch zeigt sich im All- 
gemeinen eine Vorliebe für dünne, theils opake, theils durchsich- 
tige Sehmelzfarben. Ein besonderes Interesse haben gewisse 
indische emaillirte Arbeiten aus getriebenem Silber. Die flachen, 
nicht gravirten, sondern mit dem Bunzel eingesenkten Vertie- 
fungen sind mit durchsichtigen Schmelzfarben ausgefüllt, blau, 
grün, roth, violett. Bald sind die Gründe, bald die Desseins 
vertieft und farbig. Eine Art Schmelz de hasse taille ausgeführt 
im Grossen. Wir halten dieses Verfahren für uralt und glauben, 
dass die flachen Reliefs auf den assyrischen Schalen in gleicher 
Manier emaillirt gewesen sind. In Italien findet man etwas Aehn- 
liches, nur dass opake Schmelze angewandt sind. Beispiele an 
den Altarplatten zu Pistoja und zu S. Giovanni, Florenz. Sil- 
bernes Bettgestell, ausgestellt in der indischen Abtheilung der 
Londoner Ausstellung 1852. 
Was seit Kurzem, vorzüglich in Frankreich, für die Geschichte 
und Wiederbelebung der herrlichen Kunst des Emaillirens in allen 
ihren Verzweigungen geschehen ist und noch geschieht, verdient 
die vollste und freudigste Anerkennung. Einfluss der Manufac- 
ture de Sevres und Verdienst der einsichtsvollen und genialen 
Künstler und Techniker, die dort bcthätigt waren und sind: 
Julcs Dieterle, Klagrnann, Meyer. 
Die Damascinirarbeit. 
Die Kunst des Damascinirens besteht in der Hervorbringung 
von Zeichnungen und Ornamenten durch Fixirung von Gold- 
oder Silberfäden und Blättchen auf weniger glänzendem und 
dunklerenl Metall, das als Grund dient. Man findet auch Damas- 
cinirungen von Silber auf Gold und umgekehrt. Die dabei übe
        

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