Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keramik, Tektonik, Stereotomie, Metallotechnik für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 239 in den Text gedr. Holzschn. und 5 farb. Tondrucktaf.
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1673108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1679091
Metallotechnil; 
(hletallarbeitexl). 
Flächendekoration. 
573 
nach der von Theophilus 
werkstelligt sind. 
beschriebenen 
Methode, 
Eine besondere Schmelzmethode besteht noch in der Ausfüllung 
eines metallischen Zellennctzes mit durchsichtigen Schmelzen. Sie 
kann als byzantinischer aufgesetzter Schmelzschmuck aber ebenso 
gut im Sinne abendländischen Sehmelzornaments benützt werden. 
Erhaltene Beispiele der ersten Anwendung sind die im angeb- 
lichen Grabe des Childerich bei Tournay gefundenen, jetzt im Louvre 
befindlichen WVaffenstüeke und Sehmuekgegenstände. Dann eine 
goldene Schale, gefunden bei Gourdon (Haute-Saöne). Beide sind 
mit eingesetzten durchbrochenen und mit durchsichtigem Schmelz 
ausgefüllten Kleinoden geschmückt, daher dem byzantinischen 
Stile angehörig, 1 Wahrscheinlich auch byzantinische Arbeit. 
Ein Beispiel der zweiten Anwendung dieser Methode lernen 
wir durch Benvenuto Cellini kennen: 2 „D-er König (Franz I.) 
zeigte mir eine fusslose Trinkschale, gemacht aus Filigran und 
geziert mit anmuthigen kleinen Blattwerken, die spielend ver- 
schiedene kunstvoll gezeichnete Felder umrankten. Das Bewun- 
derungswürdigste dabei War, dass alle Durchbrcchungen der Felder 
und die ZWiSOhGIITäIIITIG der Blattwerke von dem Künstler mit 
verschiedenfarbigen durchsichtigen Schmelzen ausgefüllt waren." 
 Eine schöne sassanidische Schale mit dem Medaillen des Chos- 
roes in der Mitte (531, "l" 579) in der k. Bibliothek zu Paris ge- 
hört derselben zweiten Art an. 
Noch ist endlich zu erwähnen die Schmelzmalerei auf 
ganzen Figurinen und Arbeiten en ronde bosse, die in Italien 
gleichzeitig mit dem Schmelzwerk de basse taille aufkam und im 
löten Jahrhundert für Bijouteriesaehen, auf Garnituren der Kry- 
stallgefassc und zu anderen ähnlichen Zwecken sehr Mode wurde. 
Sie wird auf Goldgrunrd ausgeführt, darf nur aus sehr feinen 
Decken bestehen, Weil die dicken Schmelze den Formen die 
Schärfe benehmen. Man lässt daher die Couverte weg und trägt 
die Malerei unmittelbar auf. Diese Methode besteht in einer ge- 
schickten Verbindung durchsichtiger und opaker Schmelze. 3 
1 Mit der Schüssel fand man 
2 Tratt. dell" oref. III. 
3 Die Carnationen, Haare und 
mitunter Gewänder durchsichtig. 
byzant. 
Goldmünzen 
R118 
de m 
Jahrll. 
6ten 
andere 
'l'heile opak. 
Flügel, 
Blattausläufe,
        

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