Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keramik, Tektonik, Stereotomie, Metallotechnik für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 239 in den Text gedr. Holzschn. und 5 farb. Tondrucktaf.
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1673108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1679056
hfetallotechnik 
(Metallarbeiten). 
Flächendekoration. 
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gen. Caradosso, B. Cellini.  Auch in Frankreich, Belgien und 
Deutschland wird sie mit Glück betrieben. 
c) Eigentliche Schmelzmalerei.  Die erste limusiner 
Schule war durch die Reliefmanier verdrängt worden; eine zweite 
Schule erhob sich nun in derselben Stadt, um Vergeltung zu üben. 
Der Gedanke war auch hier kein neuer: die Glasmalerei des 
14ten Jahrhunderts umgekehrt angewandt auf die Schmelzkunst. 
Statt der durchsichtigen Malerei auf durchsichtig farblosem Glas- 
grund opake Malerei auf schwarzem Emailgrund. 
Diese Malerei durchläuft verschiedene Manieren bis zu ihrer 
höchsten Vervollkommnung, wonach sie wieder zurückgeht, in- 
dem sie ihren Grundgedanken verlässt. 
Erste Manier. 
Rohe kolorirte Schmelzmalerei, unmittelbar auf den Metall- 
grund fixirt. 
Zweite Manier. 
Dunkle und dicke Umrisse. Dunkle Gründe, die in den Halb- 
tinten durch die opake weisse Malerei durchscheinen. Goldlichter 
der Gewänder. 
den 
Metall- 
Dritte Manier. 
Präparirter Grund, schwarz oder dunkel blau-grün, opak. 
Grisaille-Malerei, Helldunkel erreicht durch halbdurchscheinendes 
Weiss über dem Grund. Goldlichter. Carnation leicht kolorirt 
und wie en relief modellirt; mitunter die ganze Malerei mit glän- 
zenden, farbigen, durchsichtigen Lasuren bedeckt. 
Vierte Manier. 
Ganze Gefässe und andere Gegenstände der Kunstindustrie 
bedeckt mit Schmelzmalerei auf dunklem Grund. Technik ge- 
mischt. Einilüsse von beiden Seiten (Basse taille und Toutin). 
Eine neue Erfindung hatte in der ersten Hälfte des 17ten 
Jahrhunderts die Kunst der Schmelzmalerei auf eine Bahn ge- 
führt, die in gewisser Beziehung das Gegentheil derjenigen ist, 
welche die zweite limusinei- Schule verfolgt hatte. Der Gold- 
schmied Jean Toutin 1 aus Chateaudun gilt als der Erfinder der 
1 Schon lange vor ihm hatte der limusiner Meister Lconard (1532-1574) 
eine Art Sgraffitto-lilmail erfunden. Auf schwarzeln Grunde eine weisse Decke, 
Umrisse und Schattirungen durch Schraffiruxlg des Weiss und Aufdeckung des 
Schwarz hervorgebracht, zuletzt farbige durchsichtige und flache Lasuren. 
Semper, Stil lI. 72
        

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