Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keramik, Tektonik, Stereotomie, Metallotechnik für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 239 in den Text gedr. Holzschn. und 5 farb. Tondrucktaf.
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1673108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1678990
Metallotcchxmik 
(Metalla 
Ebeiien). 
Fläche: 
ulekor: 
ltion 
563 
mich wenigstens keines antiken Glases, das nach Art der gra- 
wirten venezianischen und böhmischen Gläser behandelt wäre. 1 
Die Byzantiner folgten der antiken Vorliebe für eingelegte 
Arbeit; das reine Intaglio tritt meines Wissens nirgends so hervor, 
dass es nicht die Verarbeitung zu eingelegtem Füllwerk sein könnte. 
Im Oriente ist die vertiefte Flachendekoration zwar vorherr- 
schend geworden, aber zumeist ist der Grund vertieft und aus 
der Flache geschnitten und das Ornament auf diesem wieder er- 
haben, mit eingrawirten Details. Zudem sind diese Zierden auf 
nichtmctallenen Flächen stets durch Malerei ergänzt und für letz- 
tere berechnet; 2 auf Metalliiätchen wird durch Plattirung, Ver- 
goldung, mit Hülfe des Emails oder des Niello etwas Aehnliches 
erstrebt. Nicht selten stellen diese Ausfüllungen die vollständig 
glatte Oberfläche Wieder her. (Eiserne Gefiisse der Hindu mit 
eingelegten Silberzierden.) 3 
Das lateinische Mittelalter weicht in seiner Auffassung des 
in Rede stehenden Verfahrens (der Flächenvertiefiing) nicht prin- 
zipiell von der antiken Tradition ab, die indess (besonders an 
Waffen und Goldschmiedsarbeiten) schon freier angewandt wird. 
Das Intaglio dient nicht mehr allein im Sinne orientalischer 
Fläehendekoration dem Prinzip der gleichmässigeii Vertheilung, 
sondern tritt häufig schon als vermittelndes Uebergangsglied 
einer nach dem Grundsatze der Subordination geordneten Koin- 
position auf, indem es mit seinem leichten Rankenwcrke die Ar- 
gumente derselben umspinnt und mit der Fläche gleichsam wieder- 
verknüpft, aus der jene sich lostrcnnen. Hicbei ist anzuführcn, 
dass dasSehmieden, welches, wie oben gezeigt wurde, in dem 
Mittelalter sich zur Kunst erhob und stärksten Einfluss auf die 
allgemeine Gestaltung der Kunstzustitnde (lieser Periode übte, in 
Gemässheit der technischen Mittel, über welche es gebietet, der 
versenkten F lächenbehandlung das Feld erweitern musste. 
Aber erst die Itenaissancekunst wusste den unerschöpflichen 
Reichthum aller technischen 'l'raditioncn 211851111lhünzllfztSsPll und 
die letzten Folgerungen daraus zu ziehen. In der That ist das 
Intaglio der harten Steine und des Stahls, wie es im löten Jahrh. 
1 Befangene Gläser, deren opaker Anflug weggesclllilfen 
erzeugen; werden als Curiosa von alten Schriftstellern erwäI 
2 Sarazenische und maurischc Vasen. Stuclmturvviinde, 
3 S. unter Damusuixxiren.  
ist, um Muster 
mt. 
Allmmbra.
        

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