Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keramik, Tektonik, Stereotomie, Metallotechnik für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 239 in den Text gedr. Holzschn. und 5 farb. Tondrucktaf.
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1673108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1678974
Hetallotecluxik 
(Nletallarbciterl 
Fläehendclu 
56 1 
Die 
ausgeschnittene 
Arbeit. 
Sie besteht darin, dass man dünne Bleche ausschneidet, die 
Ausschnitte mit andern Stoffen (Metall, Schildpatt, Holz u. s. w.) 
ausfüllt und damit reiche Muster und Dessins hervorbringt. Äuch 
diese ist uralt. Im Mittelalter diente sie den Zwecken eines bil- 
ligen und populären Luxus. ' Ihre höchste Ausbildung erreichte 
sie in der Spätzeit der Regierung Ludivigs XIV. Beule, Er- 
finder der Möbel, die nach ihm genannt werden. Der Stil dieser 
Methode der Flächendekoration ist scharf bezeichnet, als Säge- 
stil! Langgezogene Kurven, Gleichgewicht des Ausgeschnittenen 
und Stehengelassenen. Farhenkontraste. Geschweifte Flächen. 
llletallgarnituren und Beschläge zur Unterbrechung der vorherr- 
schenden Flächen u. s. w. 2 
Eingegraberxe 
Arbeit. 
Ueber Ciselirung der Metalltliichen, soweit sie sich mehr auf 
erhabene Arbeit bezieht, dürfen wir auf bereits Angeführtes, be- 
sonders auf  179 znrückverweisen, aber ein anderes Werk der 
Toreutik ist so entschieden ornamental und in seinen Verzweig- 
ungen so reichhaltig, dass wir es hier nicht übergehen dürfen. 
Wir meinen die Grawirmethode, die Ausgrabung von Zeichnungen 
und vertieften Mustern aus Metallflächen. 
Schon den Aegyptern und Assyriern war seit ältesten Zeiten 
das Intaglio eine sehr geläufige Methode der Flächendekoration. 
Die allbekannten Hieroglyphen und vertieften Reliefs der ersteren, 
einige sehr merkwürdige Metallwerke, sowie die eingeritzten 
Stickereien und ornamentalen Details auf den WVandreliefs Assy- 
riens beweisen dies. Doch bleibt es zweifelhaft, ob das einfache 
Vertiefen der Formen in irgend welchen Fällen dem Darstellung-s- 
sinne dieser Völker genügte, 0b nicht vielmehr die Vertiefungen 
mit anderen Stoffen (besonders Schmelzfarben) wieder ausgefüllt 
wurden, oder wenigstens die Bestimmung hatten, farbige oder 
goldene Verzierungen schärfer zu umzeichnen und durch ihre 
Schlagschatten zu harmonisiren. Auch konnte die Rücksicht auf 
' 'l'he0philus Cp. LXXI. opus intersectile. 
2 Dieses Verfahren ist nicht mit der eigentlichen eingelegten Arbeit zu 
vorwechsehi, die sich zu jenem verhält, etwa wie gespickter Fasan zu Salami- 
wurst. Vergl. hier, was in der 'l'ekt0nik über das Furniren enthalten ist 
Svmpor, Stil H. T1
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.