Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keramik, Tektonik, Stereotomie, Metallotechnik für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 239 in den Text gedr. Holzschn. und 5 farb. Tondrucktaf.
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1673108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1678841
548 
Elftes 
Hauptstück. 
seien, ob auch andere Metalle, z. B. Kupfer, Bronze oder Silber, 
in Drähten, Bändern oder feinen Stiften beigemischt werden kön- 
nen, 0b dies und wo es Vortheil bringt, welche Gestalten und 
Zusammenstellungen der Elemente der Masse, ihrer jedesmaligen 
Bestimmung nach, die angemessensten sind und viele andere da- 
hin bezügliche Fragen stehen gewiss noeh zum Theil offen und 
unerledigt. Aber auch diesmal muss der Verfasser, sich beschei- 
dend, seinen Stoff sachkundigeren Händen überliefern, mit dem 
Wunsche, durch das Gesagte wenigstens anregend gewirkt zu 
haben. 
182. 
A ngriffswaffen. Deren Bedeutung für die Erhaltung und 
Verbreitung richtiger Grundsätze der Formgebung und 
Dekoration. 
Die ersten und wohl zunächst auch wichtigsten Gegenstände 
der Schmiedekunst sind die Werkzeuge des Kriegs und der Jagd. 
Sie waren seit frühester Periode Gegenstände des ernstesten Stu- 
diums der Zwecklichkeit und zugleich Vorwürfe höchster dekora- 
tiver Kunst; denn sie wurden immer zugleich als notlnvendigstes 
Geräth und als die schönste Zierde, als der wahre Schmuck des 
Mannes betrachtet. Ein Schmuck, der den Gesetzen strengster 
Zwecklichkeit entsprechen muss, der gleichsam aus ihnen hervor- 
kcimt und herauswächst! Hierauf beruht die grosse Bedeutung, 
die wir den Waffen als Gegenständen des Kunststudiums beilegen. 
Erstens sind sie wegen der Mannichfaltigkeit der bei ihrer 
Verfertigung angewandten Proceduren und technischen Mittel in- 
teressant und wichtig. Diese haben gerade an ihnen erst ihre 
volle und allseitig erwogene Ausbildung erhalten; kein anderer 
Zweig der Technik, selbst nicht die Goldschmieds- und Juwelier- 
kunst, bietet in dieser Beziehung grösseren Reichthum an Mitteln, 
erheischt mehr Sorgfalt und weisere Abwägung bei dessen Ent- 
faltung. 
Daher sind sie zweitens nicht minder bedeutsam für das Stu- 
dium des Stils, d. h. der vollen künstlerischen Verwerthung der 
Mittel, die ein technisches Kunstproblem bietet, und der gleich- 
zeitigen YVahrung der durch letzteres und die zivecklichc Bestim- 
mung des Gegenstandes gestellten Schranken.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.