Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keramik, Tektonik, Stereotomie, Metallotechnik für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 239 in den Text gedr. Holzschn. und 5 farb. Tondrucktaf.
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1673108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1678809
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Hauptstück. 
Elftes 
rationsstil jener Zeit ist schon in dem Hauptstück 8 der 'l'ektonil; 
und sonst verschiedentlich besprochen worden. Ihn beherrscht 
der Grundsatz vortheilhaftester Verwerthung der nlateriellen Eigen- 
schaften des Metalls, vornehmlich seines Glanzes, für dekora- 
tive, malerisch-üppige Wirkungen, Wobei die Rücksicht auf 
bildnerische und geistige Bedeutung des Gebildes in den Hinter- 
grund tritt. 
Merkwürdig und für die Stilgesehichte interessant ist der letzte 
allgemeine Einfluss, den die Toreutik Wiedergewann, als unter dem 
letzten Bourbonen eine Reaktion im antiken Sinne gegen den 
Rococostil sich erhob. 
Die feinen Bronzeeiseluren, Bauglieder, Beschläge, Festons, 
Embleme, Karyatiden und Figurenfriese, Womit die zierlichen 
Hausgeräthe jener Zeit garnirt sind, bestimmen auch den Cha- 
rakter der Architektur derselben. Jene Garnituren sind zugleich 
in ihrer Art ächte und wohlstilisirte Ergebnisse der Toreutik. 
Doch ist darüber schon im Hauptstück VIII.  157 der Tektonik 
das Nöthigste enthalten. 
181. 
Schmieden, 
Schweissen. 
Die Wahrnehmung, dass die Metalle durch Glühung erweicht 
und dehnbarer gemacht werden können, bedurfte keines zu gros- 
sen Scharfsinns, wesshalb die Kunst des Sehmiedens 1 wahrschein- 
lich eine nicht viel jüngere Erfindung ist, als die des kalten 
Hämmerns und "Treibens der Metalle. Sie war schon im ehernen 
Zeitalter der Kulturgesehichte gemacht werden; älteste geschmie- 
dete Bronzewatfen und früheste Sagen und Mythen der Völker 
bestätigen dies. Aber wichtigere Bedeutung erhielt diese Erfin- 
dung erst, Wie das harte und spröde Eisen das Erz für die 
meisten technischen Zwecke und namentlich für Angriffswaffcn 
und Werkzeuge ausser Gebrauch zu setzen begann. 
Durch die Eigenschaften des Eisens War der Technik eine dop- 
pelte Aufgabe gestellt: nämlich erstens das Bändigen seiner 
Härte und Sprödigkeit für- die Formgebung, und zweitens das 
Erhöhen, auch beziehungsweises Mässigen und Modificiren, der 
gleichen Eigenschaften für den Zweck und die Bestimmung des 
Lat. 
d n uere, 
Äluüvslv.
        

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