Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keramik, Tektonik, Stereotomie, Metallotechnik für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 239 in den Text gedr. Holzschn. und 5 farb. Tondrucktaf.
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1673108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1678752
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Zu Rom vollendet Andrea Sansovino in den Grabmälern (im 
Chor zu S. Maria del Popolo) diesen toreutischen lllarinorstil und 
bringt ihn zum letzten Abschluss. 
Nach Neapel wird derselbe durch den Florentiner Giuliano da 
Maiano getragen, dessen grosses Werk (Triumphbogen des Ara- 
goniers Alfons) unzählige Nacheiferer schafft. 
Gleichzeitig macht sich in Oberitalien eine von der Huren- 
tinischen etwas abweichende Richtung der Bildnerei in Erz und 
harten Stoffen bemerkbar; sie ist weniger delikat, üppiger, natura- 
listischer, überwuchert die Architektur, die selber in ihren Ver- 
hältnissen schwankender, weniger fest ist. Arabesken in Santa 
Maria de' llliracoli, Ühorpilaster, Chorschranken, Lettner; Riesen- 
treppe im Dogenpalast u. a. Alessandro Leopardo: Piedestal der 
Reiterstatue des Colleoni. Die kandelaberartigen Fussgestelle für die 
Flaggenstöcke auf S. Marke, im ächten Ciselirstil, flach und scharf. 
Brunnen im Dogenpalaste durch Conti und Alberghetti. 
Kaindelaber, im reichsten Schmuck der Arabesläe und des 
Figürlichem, Einer am Altar der Salute von Andrea Bresciano. 
Sechs Leuchter auf diesem Altar. Schon mehr barok sind die 
Leuchter in S. Stefano, in S. Giovanni e Paolo u. a. 
Vorzüglich reich ist Padua an Werken dieses Stils: Grab- 
mäler im Santo. Weihbecken. Das grosse Kandclaber des 
Andrea Riccio. 1 Aber die eigentliche Schatzkammer dafür ist 
die Certosa zu Pavia mit ihrem unermesslichen Reichthum an fein- 
ciselirten Metallwerken und Steinskulpturen. Der ganze Bau ist 
als toreutisches Werk zu bezeichnen. Kandelaber im Chor der 
Kirche. Weihbecken. Sakristeibrunnen. (Siehe Holzschnitt auf 
nachfolgender Seite, nach eigener Zeichnung.) 
In Deutschland, dem Lande der Metallküxiste des frühen Mittel- 
alters, fand die neue italische Weise rasche Aufnahme, obschon 
in eigenthümlich gemischter Weise. Peter Fischer, der berühmte 
Künstler des Sebaldusgrabes, ist in seinen architektonischen Details 
und nicht minder in dem Stile des Figürlichen und der Reliefs noch 
trocken und halbgothisch, obschon antikisirend. Freier und na- 
turalistischer in seinen späteren Werken. Sebaldusgrab. Basrelief 
im Dome zu Regensburg. König Arthur und andere Figuren 
des llIaximilian-Denkmals zu Innsbruck. Brunnen im Hofe des 
Abbildungen 
Gailhabaud.
        

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