Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keramik, Tektonik, Stereotomie, Metallotechnik für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 239 in den Text gedr. Holzschn. und 5 farb. Tondrucktaf.
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1673108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1673804
44 
Hauptstück. 
Fünftes 
auf die Reinigung ihrer Umrisse und Verhältnisse hinzuwirken, 
sodann in ornamentaler Hinsicht die eingelegte Arbeit, das Email, 
kurz solche Mittel zu berücksichtigen hat, welche der jetzigen 
Formenarmuth abhelfen, ohne die Flächenkontinuität zu unter- 
brechen. Meines Wissens gibt 
Ä es kein Beispiel eines helleni- 
69  schen Löffels oder ähnlichen 
f, Äiä Zwecken dienenden Geräths 
 i] von skulptirter Arbeit; da- 
ll l gegen sind römische Löffel 
l  (trullae) öfter mit Reliefs ver- 
 l W, ziert. Ueber das Prinzipielle 
h-M f, derAnwendung der Zierden für 
X diesen Fall, sowie für Gefasse 
qxßilyll und für Geräthe im Allgemei- 
-;;läifäf" nen, werden in dem Folgen- 
ETT  den noch bestimmtere Anhalt- 
l: punkte gegeben werden. Eini- 
f ges darüber ist bereits in dem 
J das Geräthewesen der Assyrer 
 Kyathos. Betreffenden  68) vorange- 
gangen. 
Als eine Verbindung des Schöpfgefässes mit dem portativen 
Reservoir darf der Eimer hier nochmals iiguriren, obschon er 
bereits früher mit demJySehIauch in Verbindung gebracht worden 
ist.  Wir dürfen daher wenigstens in Beziehung auf den 
ägyptischen Eimer auf Vorhergegangenes zurückweisen. 
Dieses Gefass ward in Assyrien so gut wie in Aegypten hei- 
liges Symbol, was sich schon aus der Aehnlichkeit der beiden 
Landschaften Aegypten und Mesopotamien mit Bezug auf das 
Bewässerungswesen erklärt.  Der Schlauch, die Grundform des 
Eimers, war und ist noch immer der Schöpflöffel, der, an die 
Peripherie der Wasserräder befestigt, in beiden Ländern die 
trockene Ebene bewässert, indem er die Kanäle füllt.  Ueber- 
einstimmend mit dem Angeführten zeigt der assyrische Eimer 
besonders reiche phantastisch-symbolische (vielleicht auf die 
Trockenheit des Hochsommers, wenn die Sonne in das Sternbild 
des Löwen tritt, hindeutende) Gestaltung, nämlich die eines 
Löwenhauptes mit Gusshals und Bügel. (S. Holzschnitt auf S. 45.)
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.