Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keramik, Tektonik, Stereotomie, Metallotechnik für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 239 in den Text gedr. Holzschn. und 5 farb. Tondrucktaf.
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1673108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1673793
Keramik. 
der Gefässe. 
Klassifikation 
43 
Es ist Schwer die Unterschiede zu bestimmen denen diese Be- 
zeichnungen entsprechen? Nach Varro ist das Simpulum der Opfer- 
löffel, der Cyathus der Esslöffel. In den Sammlungen finden Sich 
Löffel, theils mit langen Stielen theils kurzgestielte, und solche deren 
Stiele aus Holz oder anderen leicht vergänglichen Stoffen waren. 
Nach Art der ägyptischen geformte Löffel mit emporstehendem 
Griffe finden sich in Gräbern, sowie, abgebildet, auf Reliefs und 
Münzen. Ganz unbestielte löffelahnliche Gefasse, zum Theil mit 
kleinen Ringen, wahrscheinlich zum Aufhängen, hat uns daS 
klassische Alterthum vererbt; sie ahmen das ursprünglichste und 
natürlichste aller Schöpfgefasse, die Muschel, nach, und dienten, 
wie noch jetzt, für Pasteten- und Zuckerbackerei. Der griechische 
Name war Kribanos, angeblich weil dieses Gefass zum Rösten der 
Gerste (ugiän) gedient haben soll. (Siehe Mus. Burb. VI. T. 44.) 
 ßfn, Auch der Löffel ward unter die hei- 
 f, ligcn Geräthe der Christen aufgenom- 
 lll:  men, zum Fassen der heiligen Hostie; 
KM fl- 1, man findet schöne Exemplare davon 
  im Ylllßilllll und dem moyen äge et la 
 .  renaissance. 
i"  Eine reiche Sammlung mittelalter- 
Trum licher Löffel und die gleichen Geräthe 
aus der Zeit des wieder aufgenomme- 
nen klassischen Stils enthielt die ehemalige eollection Dumenil- 
Sie werden auch sonst in jeder Antiquitätensammlung gezeigt. 
Im Ganzen haben diese mittelalterlichen Löffel etwas Starres und 
sind sie nur durch ihre ornamentale Ausstattung nennenswerth- 
Den Uebergang vom Löffel zu dem Kylix bildet der Kyathos, eine 
Art befassten Löffels mit vertikalem Ohrhenkel, der dazu diente 
den Wein aus dem Krater zu schöpfen, um damit dann die 
Trinkschalen der Zecher zu füllen. (S. Holzschnitt auf S. 44). 
Die Rücksicht auf Reinlichkeit macht bei der Wahl dekorativer 
Elemente, die das Putzen der Esslöffel erschweren könnten, W0- 
zu alle Ciselüren und Reliefverzierungen gehören, grosse Vor- 
sicht nothwendig, wesshalb ein Streben nach Veredlung der gegen- 
wärtig üblichen Löffel, die derselben allerdings bedürftig genug 
sind, obschon sie im Ganzen zweckmässig erscheinen, zunächst 
1 Die bezüglichen Texte und Quellenangaben findet man citirt in 0. Müllers 
Archäol. S. 394. (Ausg. von 1835).
        

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