Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keramik, Tektonik, Stereotomie, Metallotechnik für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 239 in den Text gedr. Holzschn. und 5 farb. Tondrucktaf.
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1673108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1678473
Metallotechnik 
(Metallarbeiten). 
eigentliche 
Die 
Toreutik. 
511 
schnitzwerken 
d u n g e n, aus 
blechen. 1 
die Rede ist, aber oft in Verbindung mit Beklei- 
wirklichen Gewändern bestehend, oder aus Metall- 
Erst beim Eintritt in die historische Periode werden griechische 
Werke der Metallstereotomie genannt. Der asiatische Grieche 
Glaukos (aus Chios oder Samos), angeblich Erfinder des Schweis- 
sens und der Toreutik in Eisen. Pausanias und Athenäus ent- 
halten einander ergänzende Beschreibungen seines berühmtesten 
Werkes, eines silbernen Weihkessels mit eisernem Untersatz, das 
von Alyattes nach Delphi geweiht wurde. Ein Werk der Schmiede- 
kunst, eine Stabkonstruktion in Form eines unten und oben aus- 
wärts geschweiften und durch Stäbe in Querzonen getheilten 
Korbes, die Felder oder Friese zwischen den gestreckten 2 (ge- 
schmiedeten) Eisenstäben des Gerüsts reihenweis mit Thierfriesen 
und Laubwerk mit allerhand Insekten, Vögeln u. dergl. ausgefüllt, 
auf den Stufen oder Absätzen des Gerüsts Gefässe und anderer 
Schmuck. Die Stäbe nicht geniethet oder mit Beschlägen befestigt, 
sondern zusammengeschweisst. Die Friese zum Heraus- 
nehmen und Abwechseln. Das Ganze eine grosse Etagere, eine 
Embasis, nicht für den Krater allein, auch für andere Weihge- 
schenke. Ein lehrreiches Beispiel einer toreutischen Komposition 
an der äussersten Grenze der beglaubigten Kunstgeschichte. 3 
Während der nachfolgenden Periode, in welcher der Erzguss 
Eingang findet, mochte die Toreutik einen Theil ihrer unab- 
hängigen Thätigkeit verlieren, obschon uns noch mancherlei Merk- 
würdiges über goldene, silberne und eherne kolossale Gefässe, 
auch über andere geschnitzte und getriebene, im grössten Mass- 
stab ausgeführte Werke berichtet wird. 
Rhoekus und Theodorus, samische Schule (50-60 Olymp). 
1 Ueber Dädalos und die Dädaliden s. Brunn, Geschichte d. gr. Künstler. 
Einleitung. Gegensatz zwischen Dädalos, dem Holzschneider und Hephaestos, 
dem Metallarbeiter: Dädalos Träger einer speziüsch attischen Anschauung 
über den Ursprung und die ersten Entwicklungsstufen der Künste, Hephzze- 
stos Vertreter ältester asiatischer und ägyptischer Anschauungen über den- 
selben Punkt. 
2 Gr. glmmu. 
3 Brunn, Einleitung S. 30,'verspricht sich, wenn er von diesem Werke als 
von einem Bronzewerke redet. Es wurde geweiht um Ol. 45, konnte aber da- 
mals schon alt sein. Nach Eilsebius soll Glaukos das Schweissen schon in 
der 22sten Ol. erfunden herben.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.