Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keramik, Tektonik, Stereotomie, Metallotechnik für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 239 in den Text gedr. Holzschn. und 5 farb. Tondrucktaf.
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1673108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1678407
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Elftes 
Ilauptstüclä. 
Doch nimmt er mit der Entwicklung des Münzwesens gewisse 
durch das Stempeln bedungcne Eigenthümlichkeiten an, stärkeres 
Relief ohne Untergrabungen, dessen Ränder sanft in die vertiefte 
Fläche übergehen. Die Sitte, Köpfe in der Vorderansicht auf 
Münzen darzustellen, scheint nur von kurzer Dauer gewesen zu 
sein, um die Mitte des 4ten Jahrhunderts, zur Zeit der beiden 
Dionysier von Syrakus. Schönste Gold- und Silbermünzen aus 
Syrakus und andern sicilischen Städten mit der Arethusa, dem 
Pegasus u. s. w. in hocherhabenem Relief. Namen von Stempel- 
schneidern: Kimon, Eukleidos, Evaenetos, Phrygillos u. a. auf 
diesen Münzen nachgewiesen von Raoul Rochette. 1 
Ueber die inbegriffliche Darstellung und das Zusammenfassen 
des Bedeutsanisten durch wenige Züge, als vornehmlichste Beding- 
ung des Medaillenstils, siehe eine Notiz in der Keramik S. S8. 
Ueber die Bedeutung solcher Darstellungen auf antiken Münzen 
für die Monumentenkunde s. Donaldson, Architectura numismatica. 
Die Blüthezeit der griechischen Numismatik ist auch diejenige 
des Wiederaufblühens der Gemmenschneiderei, die seit Polykrates 
bis zu Alexander auf griechischem Boden nicht sonderlich gedieh. 
Pyrgotcles, der privilegirte Hofgemmenschneider Alexanders; 
nach ihm werden nur noch erwähnt: Apollonides, Cronius und 
der Hofgemmenschneider des Augustus Dioskorides, von dem 
und dessen Söhnen sich Gemmen erhielten. Unter den ausserdem 
noch durch (für ächt erkannte) Inschriften beglaubigten Gemmen- 
Schneidern sind Apollonios, Aspasios, Hyllos die vornehmsten. 
Ueber Verfälschungen antiker Gemrnen und der Namensin- 
schriften darauf s. Brunn, 2ten Bandes 2te Abth. und die dort 
aufgeführte Literatur über Gemmenkunde. Desgl. O. lllüller, 
Archäolog.  315. 
Die Römer waren Verbesserer der beim Prägen erforderlichen 
Vorrichtungen und Handgriffe, brachten aber die Stempelschnei- 
derei eher zurück, als vorwärts. Jedoch kam unter ihrer Herr- 
schaft zuerst der Gebrauch der Schaumünzen (Medaillen) auf, 
oder wurde er doch wenigstens allgemeiner, wodurch die Grenzen 
der Stempelschneiderei allerdings erweitert wurden. Ueber rö- 
mische Asses, Familienmünzen, kaiserliche Münzen in Gold, Silber 
und Erz (drei Klassen dieser letzteren), kaiserliche minimi, kai- 
serliche Medaillen aus allen Metallen, geschlagen zu Rom, Ale- 
Lettre 
Schorn. 
2te Aufl.
        

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