Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keramik, Tektonik, Stereotomie, Metallotechnik für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 239 in den Text gedr. Holzschn. und 5 farb. Tondrucktaf.
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1673108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1678396
177. 
Die Skalptur 
Metall als selbständige 'l'echnik. 
Münzstempel. 
Die jedenfalls älteste Skalptur in harten Steinen diente zu- 
nächst dem Zwecke des Schmückens; ihr Gegenstand war das 
einzufassende Kleinod; zuerst sich begnügend, die Pracht und 
Schönheit der Gemme durch Formgebung und Politur zu heben 
(gamma intacta illibataque Plin.), ehe sie Zeichen und Figuren 
eingrub (intaglo), wobei schon der besondere Zweck des Siegelns 
vorweg, oder solche en relief hervorhob (ectypa scalptura, cameo). 
Beispiele gemmenartig geschnitzter Erz- und Metallarbeiten 
ägyptischen, assyrischen und etruskischen Ursprungs bei Strutt l. o. 
Bei den Griechen war die Skalptur, und in Folge dessen auch 
die Toreutik, lange Zeit, wenn auch eingeführt, doch nicht bild- 
nerisch entwickelt; Beweise die häufigen Funde ägyptischer und 
assyrischer Skalpturen unter hellenischen und italischen Alter- 
thümern, z. B. unter den Trümmern des Tempels zu Cardacchio 
(Corfu); das Niehtvorkommen anderer als glatter Gemmen an 
griechisch-italischen Schmuckgegenständen. Erst mit Olymp. 50 
verlauten vereinzelte Nachrichten über damalige griechische Gem- 
menschneider und ihr Wirken, Mnesarchos, Vater des Pythagoras, 
Theodoros, Künstler des berühmten Ringes des Polykrates, der übri- 
gens, nach Plinius, gleichfalls noch intakt und ungesehnitten war. 1 
Aus derselben Zeit (7tes Jahrh. v. Chr.) rühren die ersten ge- 
prägten Münzen der Griechen. Das Gepräge zuerst nur ein 
Werthzeichen, mit Hammer und Amboss aufgedrückt (quadratum 
incusum). 2 Die ersten eigentlichen geprägten Münzen angeordnet 
durch Pheidon, Tyrann von Aegina, 600 V. Chr. 
Frühe Entwicklung dieser Stempelschneiderkunst in Syrakus 
und Makedonien, 500 v. Chr. 
Die Stempel aus Bronze, die man zu härten verstand, erst 
nach Konstantin aus Stahl; ihre Verfertigung und Anwendung 
nicht wesentlich verschieden von denen der Siegel aus harten 
Steinen, daher der antike Münzstil nahezu identisch mit dem Stil 
der Intaglds. 
1 Brunn, Geschichte d. gr. Künstler. 
2 Alte Münzen zuweilen gegossen. 
Mag. encycl. 1806. VI. p. 280. 
Bd. II. Qte Abth. 467. 
Seiz, sur Part de fonte des 811019115-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.