Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keramik, Tektonik, Stereotomie, Metallotechnik für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 239 in den Text gedr. Holzschn. und 5 farb. Tondrucktaf.
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1673108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1678364
500 
Hauptstück. 
Elftes 
Mittel zugleich geschehen. Asiatische (vorzüglich indische) Kunst- 
industrie hat auf diesem Gebiet vielleicht das Höchste geleistet, 
sowohl für den Dienst der Frauentoilette, wie für kriegerische 
Ausstattung. Kettenkragen indischer Frauen im Kensington Mu- 
seum, London. Indische Kettenpanzer daselbst und in der kön. 
Waffensammlung zu Windsor. Aegyptische desgl. in den verschie- 
denen Museen und auf ägyptischen Wandbildern. 
176. 
Das 
als 
Metall 
harter und dichter Körper, 
tomischer Stoff. 
als 
stereo- 
Allgemeines. 
Kein anderer Stoff eignet sich mehr zu stereotomischer Be- 
handlung als der metallische, indem zu seiner Härte und Massen- 
Homogcnität eine gewisse Zähigkeit und bildsame Geschmeidig- 
keit hinzutritt und erstere, die Härte, vor der Formgebung durch 
Processe des Erweichens gemildert, nachher aber entgegenge- 
setzt durch Processe des Erhartens bis zu einem Maximum ge- 
steigert Werden kann, das für die verschiedenen Metalle verschieden 
ist und wonach sich zum Theil ihre bezügliche Geeignetheit für 
bestimmte vorliegende Zwecke richtet. Auch ist unser Stoff schon 
desshalb für die Stereotomie von besonderer Wichtigkeit, weil 
ohne die metallischen Geräthe und Werkzeuge dieser wichtige 
Zweig der Technik niemals über einen sehr beschränkten und 
niedrigen Grad der Ausbildung hinausgelangt wäre. 
Es stimmt mit dem zuletzt erwähnten Umstande überein, dass 
die Bildnerei aus harten Stoffen (Glyptik, Scalptura) zwar zu den 
ältesten gehört und vor dem Gebrauche der Metalle geübt wurde, 
aber dass sie eine der letzten von denen ist, die sich zur Kunst 
erhoben. Sie wurde früher auf nicht-metallische Körper ange- 
wandt ehe das Metall den Stoff dazu hergab, das, wie wir sahen, 
vorher in anderer Weise als Bildstoff diente. Unser Stoff ist nicht 
das eigentliche Element der Glyptik, daher steht das Metallschnitz- 
werk in gewisser Abhängigkeit von anderem, nicht metallischem 
Schnitzwerk und verleugnet es nie seine sekundäre lapidarischc 
Entstehung.
        

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