Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keramik, Tektonik, Stereotomie, Metallotechnik für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 239 in den Text gedr. Holzschn. und 5 farb. Tondrucktaf.
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1673108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1678350
(Metallarbeiten). 
Metallotechnik 
Das 
Metall 
als 
dehnbarer 
Bildstoff. 
499 
Kunst des Schmückens galt. In dieser Anwendung bietet sie 
eine unerschöpfliche Quelle reichster und anmuthigster Erfin- 
dungen, über die sich noch Vieles hinzufügen liesse, waren wir, bei 
dem überwältigenden Stoffreiehthumc, nicht gezwungen, uns auf 
das Allernothwendigste zu beschränken. Wir bemerken nur noch, 
wie jene Bandketten, mit ihren Hefteln und Schnallen, weit über 
ihr eigenes Gebiet hinaus für alle Zweige der Kunst bedeutsam 
sind, wie z. B. der griechische Mäander, jenes stets wiederkehrende 
Bandornament, mit ihnen in unmittelbarster Begriffs- und Stil- 
verbindung steht.  
Allseitige Geschmeidigkeit wird erreicht, wenn man jedem 
Gliede der Bandkette eine Drehung gibt, wodurch die Verkettung 
eine spiralförmige wird. Wenn jedes Glied dem andern gleich 
gemacht, aber so gestellt wird, dass die Lage seiner Ringtläche 
mit der seiner beiden Nachbarn rechte Winkel bildet, so wird die 
Kette raschere Biegungen gestatten als (unter sonst gleichen Ver- 
hältnissen) jene, die aus gleichen gebogenen Gliedern besteht, 
aber weniger allseitig geschmeidig sein. 
Ebene Ringe, die nicht reehtwinklicht, sondern in gleichen 
spitzen Winkeln zu einander stehen, bilden Ketten, die das Mittel 
zwischen den beiden oben bezeichneten halten. Ihre Längenent- 
wicklung ist spiralisch, wie oben. 
Die Schönheit (oder der künstlerische Stil) dieser Art von 
Ketten beruht mehr in der struktiven Gesetzlichkeit ihrer rhyth- 
mischen Gliederung, als in der Entwicklung der Einheiten für sich. 
Für sich allein und in Verbindung mit einzelnen reich behan- 
delten Bandgliedern finden auch sie in der Kunst des Schmüekens 
sehr ausgedehnte Anwendung. 
Von den linearen Gliederverkettungen unterscheiden sich die 
planimetrisehen, deren Stil sie den textilen Stoffen nahe führt. 
Auf sie passt zum Theil der Inhalt der  50, 51, 52 des ersten 
Bandßß, jedoch mutatis mutandis, da hier eigentlich ein Geflecht, 
das aus lauter unabhängigen Knoten (Ringen) besteht, vorliegt, 
Welcher Unterschied sich besonders bei der dekorativen Musterung 
8016116? Kettenzeuge geltend machen wird. Diese kann in dem 
Wechsel Verschieden geformter Glieder und der abwechselnden 
Art ihres iZusammentretens bestehen, sie kann durch Stoffver- 
Sßhiedenhelt und Abwechslung von Farbe und Glanz der Glieder 
hervorgebracht werden, sie kann endlich durch Anwendung beider
        

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