Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keramik, Tektonik, Stereotomie, Metallotechnik für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 239 in den Text gedr. Holzschn. und 5 farb. Tondrucktaf.
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1673108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1678314
Metallotechnik 
(Metallarbeiten). 
Das 
Me tal l 
dehnbarer BildstoH. 
als 
495 
In dieser Art von Thatigkeit wird das Drahtgeflecht wichtig 
als Agratfe, als Heftel, als Hülse u. dergl. 1 Die Bedeutung 
dieser Theile für die allgemeine Kunstsymbolik der Alten bedarf 
nach allem, was darüber schon früher gesagt worden ist, nicht erst 
wiederholten Nachweises. 
Der prachtvolle Glanz und Reichthum des Goldfadens führte 
schon in sehr früher Kunstperiode zu dessen Benützung zu Sti- 
ckereien und zu Geweben? Ausser jenen Eigenschaften des 
Stoffs kam dabei auch dessen eigenthümliche metallische Steif- 
heit in Betracht, welche dem Stile, der gewissen festlichen Beklei- 
dungen und Parüren zukommt, günstig und förderlich ist. Die 
Gold- und Silberstoffe sollen daher in gewissem Grade und nach 
Umständen steif sein. Der Geschmack, in seiner Reife, wird in 
dieser Beziehung die Gefahren bei der Anwendung der Goldfäden 
in der Stickerei und Weberei erkennen, besonders wenn es sich 
nicht um Draperien, Wandbekleidungen u. dergl., sondern um 
eigentliche Kleiderstüeke handelt. Wir verweisen für diese Ver- 
wendung des metallischen Drahtes auf den  42 des ersten Bandes. 
Diesem einen Extreme in der Verwerthung des Metalldrahts 
in den Künsten entspricht das entgegengesetzte, die Metall- 
tektonik nach dem Prinzipe des Gitterwerks. Wir werden 
nicht wieder auf seine Bedeutung für die Künste im Allgemeinen, 
auf seine ästhetische Verwerthung als solches zurückkommen, 
sondern können auch hier auf Vorhergegangenes verweisenß 
Nur eine Bemerkung, betreffend das stilistische und künst- 
lerische Gewicht des Gitters (welches in unserer Zeit grössere 
Bedeutung gewinnt) bleibt nachzutragen. Wir haben oben die 
Unterschiede der thetischen und der synthetischen Einheiten an 
dem Beispiele eines eingefassten Kleinods dargethan, wir haben 
auch auf den dort beigefügten Holzsehnitten Beispiele gegeben, 
wie eine synthetische Einheit aus Thesis und Antithesis bestehen 
könne, die beide dem Gittergeflechte angehören. In diesen, der 
Goldsehmiedskunst des hohen Alterthums entnommenen Beispielen 
drückt sich das reichste Gesetz stilistisch-dekorativer Behandlung 
der Gitterkonstruktion aus: Synthesis zweier Einheiten, die sich 
1 Man vergleiche hier besonders die Stelle des ä. 72 de 
S. 366-405. 
2 Ueber den Unterschied zwischen Gewebe und Geflecht, 
3 Besonders auf die Paragraphen der Tektonik. 
VOll 
die 
Stelle 
des 
des 
ersten 
Bandes
        

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