Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keramik, Tektonik, Stereotomie, Metallotechnik für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 239 in den Text gedr. Holzschn. und 5 farb. Tondrucktaf.
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1673108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1678267
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Elftes 
Hauptsti 
Loricatio zurück. In der That sind die (nicht horizontal, wie 
die römischen, sondern zum Theil von oben nach unten) ge- 
streiften Stahlbandrüstungen aus dem Ende des löten und dem 
Anfang des 17ten Jahrhunderts in dieser Beziehung Gegensätze zu 
jenen herrlichen Vollrüstungen im Tubularstile, deren höchste 
und feinste Ausbildung schon ein Jahrhundert früher erfolgt War. 
175. 
Das 
Metall 
Bildstoff. 
dehnbarer 
Mutalldraht , 
Gefiechf, 
Gewebe, 
Gitter. 
Stabwerk, 
Kette. 
Auch für diesen Paragraphen ist das Gold der Urstoff, als 
das dehnbarste und ziehbarste Metall; auch er beginnt mit dem 
Zicrrath als nächstem Gegenstande der Drahtzieherei. Fili- 
granarbeiten aus ältester Zeit: ägyptische, etruskische, assy- 
rische, griechische; ihr Charakter der gleiche der noch in konser- 
vativen Gegenden den landesüblichen Schmuck bezeichnet: Genua, 
Rom, Venedig, Kanton Zug. Haarnadeln, Brechen, Ohrringe, 
alles allerältester Stil. 
An diesen theils thatsäiehlich, theils im Motive höchst ursprüng- 
lichen Kunstprodukten tritt der allgemeine Inhalt und Grundge- 
danke, der alles in diesen Paragraphen Gehörige verknüpft, in 
grösster Verständlichkeit heraus, erscheint das bindende, umklam- 
' mernde Prinzip, das in dem Zusammenwirken elastischer Metall- 
faden liegt, in seinem einfachsten Ausdrucke: der dynamisch nach 
Aussen thätige Fadenkomplex als Gegensatz der einhiillenden, 
innerlich thäitigen, daher scheinbar unthätigen, gleichsam stati- 
schen Einheitlichkeit der oben besprochenen Metalldecke. 
Alles nach Aussen Strebsame kann als Form für sich allein 
nicht genügen, nicht einmal Bestand haben. Dazu bedarf es des 
Gegenstandes, WOPRüf dieses Streben gewandt und gerichtet ist, 
oder doch eines formalen Repräsentanten dafür, als Ergänzung. 
Dieses unumstössliche Stil-Theorem findet seinen, in gewissem 
Sinne abstrakten, nämlich zunächst nur dieses bezeichnenden 
Ausdruck in dem eingefassten Kleinod, in dem Ganzen 
höherer Ordnung, was entsteht, wenn man ein Kostbares (einen 
edlen Stein, eine Perle, eine künstlich geschnittene Gemme oder 
ein theurcs Andenken) mit Hülfe des Gegensatzes zwischen ihm
        

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