Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keramik, Tektonik, Stereotomie, Metallotechnik für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 239 in den Text gedr. Holzschn. und 5 farb. Tondrucktaf.
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1673108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1678190
Metallotechnik 
(Metallarbeiten). 
dehnbarer BiIdstoH. 
als 
Metall 
Das 
483 
(dem übrigens seit ältester Zeit ein anderer, von ihm verschie- 
dener, obschon gleichfalls so zu sagen textiler Goldschmiedsstil 
zur Seite lief, Von dem später die Rede sein wird) verleugnete 
sich niemals Während der ganzen Periode des antiken Kultur- 
lebens; er veredelte sich nur mit dem Eintreten desselben in 
seinen Zenith. Beispiele die noch erhaltenen goldenen Votiv- 
kränze, deren einige zu dem Edelsten gehören, was jemals auf 
dem Gebiete der Kleinkünste entstanden ist. 1 Die berühmten 
chryselephantinen Statuen der Phidias und Polyklete bezeichnen 
den Höhenpunkt dieser altgeheiligten technischen Tradition in 
ihrer hoehkünstlerischen Reinigung und Veredlung. 2 Jetzt diente 
der prächtige Stoff den Künsten als Unterlage und Folie, in 
wohlberechnet gedämpfter Pracht und in quantitativ gemässigter 
Anwendung, im Gegensatze zu der barbarischen Herrschaft des 
Sinnlich-Reizenden und Glanzvollen, an Welchem der unentwickelte 
Kunstsinn Befriedigung sucht, bevor er für das Formell- und 
Absolut-Schöne erwacht und in dem Scheine nur Verschönerungs- 
mittel, nicht das Schöne selbst sieht. 
Wir verfolgen rasch die weitere Geschichte der G0ldbeklei- 
dung und nehmen schon unter den Makedoniern eine Rückkehr zu 
dem barbarischen Gefallen an Geldverschwendung im Dienste 
der Künste wahr. Goldbeblechte Festgerüste und Scheiterhaufen 
schon unter Alexander, der goldbeblechte Tempel des Zeus zu An- 
tiochia. Die Römer Erben des alexantlrinischen Goldluxus. Das 
späte Kaiserreich, Byzanz, das ganze frühe Mittelalter, die ara- 
bische Kunst schwimmen in Gold. Die neue Weise des Bauens 
(der gothische Stil) folgt anfänglich dem gegebenen Antrieb, der 
aber gebrochen wird durch zelotisch-mönchischen Einfluss und 
das sich klar gewordene, der Bekleidung abholde struktive Bau- 
System. Der Widerstand gegen das gothische System regt sich 
zuerst wieder unter den durch dasselbe in Fesseln gehaltenen 
Kleinkünsten. Auch unter den Bronzekünstlern und Goldschmieden 
erwacht neues Leben. Eine Rückkehr zu ältesten Traditionen 
macht Sich auch diesmal bemerkbar, wie bei jeder Kunstrenais- 
sanße- Byzantinische Altartafeln werden Vorbilder derer zu S. 
Gißvßnni in Florenz und S. Giacomo in Pistoja, welche die 
1 Kränze der Art zu Wien vde Arueth. Aus  
Bosphore Cimärien etc. 
2 Qllairemöfe üe Quiney, Le Jupiter Olympien 
Am eth  
vde 
Aus Kertsch 
vde Antiquitös 
du 
etc.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.