Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keramik, Tektonik, Stereotomie, Metallotechnik für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 239 in den Text gedr. Holzschn. und 5 farb. Tondrucktaf.
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1673108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1678161
480 
Hauptstück. 
Elftes 
sein als der Metallguss, so wollen wir sie dennoch hier in zweiter 
Reihe, den Guss erst zuletzt, in Betracht ziehen, weil zwischen 
der Procedur des Hämmerns und der stereotomischen Behandlung 
unseres StoHes Uebergangsverfahren liegen, deren Zusammenhang 
mit beiden bei der gewählten Ordnung am natürlichsten hervor- 
tritt, weil auch beide sehr häufig in der Metallotechnik gemein- 
sam wirken. 
1 74. 
als 
Metall 
Das 
dehnbarer Bildstoff. 
Metallblech. 
Das Gold ist zwar nicht das einzige Metall, das die Natur in 
gediegenem Zustande hervorbringt, aber unter den übrigen Me- 
tallen tritt keines so rein und unvermischt und in so grossen 
Stücken zu Tage, kommt keines auf dem der Menschheit als 
Wohnsitz zugetheilten Diluvialboden so allgemein zerstreut vor, 
ist keines Gewinnung und Zubereitung in gleichem Grade einfach. 
Im Golde hat also höchst wahrscheinlich die Kunst des Metall- 
arbeiters ihre Erstlingsproben abgelegt, ein Umstand, der für un- 
ser Stilinteresse nicht ohne "Bedeutung ist, in Betracht des Zu- 
sammenhanges in den Künsten, in denen nichts absolut Neues, von 
früheren Einflüssen gänzlich Unabhängiges erfunden wird, sondern 
alles Spätere Anklänge des Früheren zurückruft. 
Wenn das Gold vor allen Metallen zuerst technischen Zwecken 
diente, so lässt sich im Zusammenhange mit dem Gesagten daraus 
folgern, dass die am meisten hervortretenden Eigenschaften des 
Goldes auch diejenigen waren, die man an den anderen Metallen 
zuerst technisch verwerthete. 
Nun ist es ferner kaum zweifelhaft, dass der sonnige Glanz des 
Goldes diejenige Eigenschaft dieses Metalls ist, die am ersten erkannt 
wurde, die Veranlassung gab es zu suchen, um als Schmuck zu 
dienen. Der Schmuck also wäre die älteste Metallarbeit. 
Zudem musste die ausserordentliche Dehnbarkeit des 
Goldes früh erkannt werden, sie liess sich mit den einfachsten 
Mitteln technisch verwerthen; somit bestand unzweifelhaft die ur- 
sprünglichste künstliche Bearbeitung des Goldes in der Blechbe- 
reitun g, wozu als nahe verwandter Process das Ziehen von Gold- 
drähten sich gesellen mochte.
        

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