Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keramik, Tektonik, Stereotomie, Metallotechnik für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 239 in den Text gedr. Holzschn. und 5 farb. Tondrucktaf.
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1673108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1678103
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Hauptstück. 
Zehntes 
Lysikrates. Architrav mit ieichem Palmettenband auf der Mittel- 
zone. Fries senkrecht und schmucklos, Gesimms schon überladen, 
mit Zahnschnitten, Modillons, geriefter Hängplatte. Dagegen 
Traufrinne glatt, doch mit Löwenköpfen. 
Die neu-ionische Norm scheint von nun an in Rom die herr- 
schende zu werden, besonders bei Tempeln bedeutenderen Um- 
fangs. So befolgt der Tempel des Vespasian auf dem Forum die 
Norm; 5 X 4,8 I 24 
Ü]? 
und der danebenstehende Tempel der Konkordia diese: 
5  5 I 25 
 
Unter Hadrian tritt jedoch ein Wendepunkt ein, indem die 
römische Baukunst'durch den eklektischen Dilettantismus des 
Kaisers auf's Neue den direkten Einfluss der griechischen erfuhr. 
Einem solchen ist z. B. wohl die Weitsäuligkeit des vom Kaiser 
selbst entworfenen Tempels der Venus und Roma zuzuschreiben. 
Doch war dieser Einfluss nicht nachhaltig, so dass an den YVerken 
der Antonine wieder eine Annäherung an die neu-ionische Norm 
erkennbar wird. S0 zeigt der Tempel des Antoninus und der 
Faustina die Norm: 5 X 51042 I 35,21 
      
Nach dieser Zeit nimmt die Entartung und Verkümmerung der 
durch den Hellenismus gereinigten, alttraditionellen, der Tektonik 
entnommenen Bauformen ihren unaufhaltsamen Gang, auf dem 
letztere hier weiter zu verfolgen keinen Zweck hat. 
172. 
Triumphalsäule. 
Die römische 
 Die Verbindung der dorisch-korinthischen Kelehform mit der 
ionisehen Volutcnform des Knaufs, das hervorragende Kennzeichen 
der sogenannten kompositen- oder römischen Triumphalordnung, 
ist ihrer Idee nach schon in einigen der ältesten uns bekannten 
Beispiele ioniseher Säulen enthalten. Auch an dem Erechtheum 
zu Athen ist der Anthemienschmuck des leicht ausgeschweiften 
Halses der Säulen, unter dem Echinus des ionisehen Voluten- 
knaufs, VOI1 dem an gleicher Stelle und in gleicher Verbindung 
auftretenden korinthischen Akanthusschmuck nur darin verschieden,
        

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