Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keramik, Tektonik, Stereotomie, Metallotechnik für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 239 in den Text gedr. Holzschn. und 5 farb. Tondrucktaf.
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1673108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1678064
470 
Zehntes 
Ilauptstück. 
der guten Zeit 1 angehöriger Situlenbau, an dem sich dieses Motiv 
in entschiedenster Klarheit und sonst beispielloser Pracht und Schön- 
heit entfaltet (s. F ig. S. 459). Ein verwandtes, Wahrscheinlich noch 
alexandrinisches Beispiel gibt der merkwürdige Säulenbau zu Sa- 
lonichi, dessen Fries, in Karniesform, aus fortlaufenden schilfblatt- 
artigen Pfeifen besteht. 2 Ist diese Behandlung des Frieses, die 
bei den Römern Aufnahme fand, ächt korinthiseh zu nennen, so 
darf umgekehrt der wahrscheinlich durch diese Idee hervorgerufene 
Fries in Form eines fortlaufenden flachen W ulstes , mit darauf 
gebildeten) liegendem Blattgewinde, Fruchtgehänge u. dgl. als der 
liegenden Spirale des ionisehen Polsters oder dem geflochtenen 
Wulste des attiseh-ionisehen Knaufes homogen, als acht (wenn 
schon spät) ionisch gelten. Wenn Verwechslungen und Geschmacks- 
verirmngen in dem Gebrauche dieser hIotive nicht selten sind, 
so ist dieses nicht die Schuld der jedenfalls geistreichen und von 
richtigem Stilgefühle geleiteten Erfinder, die dabei keineswegs einem 
unbestimmten Streben nach Prachtentwicklung und Neuem nach- 
gaben, sondern ihre Aufgabe klar erkannten. 
Der prachtvoll-sinnlichen und pomphaften korinthischen Weise 
entsprechen hohe Verhältnisse der Säulen, ein reich entwickeltes 
Gebälk, zugleich aber ihrer auf Zweeklichkeit gerichteten Tendenz 
eine gewisse Weitsäuligkeit. Aus diesen Bedingungen erklärt 
sich die deutlich wahrnehmbare Rückkehr der korinthischen YVeisc 
zu der (entsprechend in ihrer inneren Gliederung modifieirten) 
alt-ionischen Norm, etwa nach dem'(idealen) Schema: 
4 X 6,25 c '25 
0074-33? 
Nach dem, für die dorische und ionische Ordnung festgehal- 
tenen Verfahren folgen die Normen einiger der wichtigsten korin- 
thischen Säulensysteme nebst Angabe ihrer Sonderheiten. 
Griechische 
Beispiele. 
Choragisches M1 
des 
ununent 
Lysikrates. 
nach 
Erbaut 
433 
Ein regelmässiges Sechseck, 
20, Gebälk : 4,69. 
dessen 
Seite 
Model, 
Säule 
ein Werk der pergnmon 
Patara auf Seite 46b. 
lEiner Inschrift nach wäre dieser 'l'umpe] 
Könige. 
2 Vcrgl. auch das Gesimms des Tempels zu 
ische
        

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