Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keramik, Tektonik, Stereotomie, Metallotechnik für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 239 in den Text gedr. Holzschn. und 5 farb. Tondrucktaf.
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1673108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1677993
Stcreotomie (Steinkox 
istruktion). 
isches. 
Technisch-Histor" 
463 
sind und z. B. die Säulenentfernungen von nicht 3 Halbmessern, wie 
sie an dem grossartigenTempel zu Priene zuerst vorkommen, an einem 
kleinen ionischen Monumente eben so wenig technisch begründet wie 
zweckangemessen 1 oder schön wären, so sieht man dennoch aus 
der Vergleichung der verschiedenen Normen, dass die durch kolossale 
Dimensionen bedungene Dichtsäuligkeit zuerst nicht anerkannt 
wurde (Ephesus und Samos), sodann in Verbindung mit den alten 
Höhenverhältnissen in Anwendung kam, wodurch das System 
einen fast dorischen Charakter erhielt (Priene), erst spät mit 
schlankeren Verhältnissen der Säulen und leichterem Gebälke 
(beides der kolossalen Marmorstruktur eben so angemessen 
wie Dichtsäuligkeit) zusammentrat (Didymäum, Aphrodisias, 
Aizani etc.) 
Sämmtliche attisch-ionische Werke sind nicht kolossal, es 
gibt daher die Beibehaltung der alt-ionischen Norm bei ihrer 
Erbauung einen neuen Beweis von dem hohen Künstlergeiste der 
Athener, eben so wie die Dichtsäuligkeit mancher ziemlich kleiner 
römischen Monumente die damalige Geschmacksverbildung ver- 
rathen. 
Wir werden den Gegensatz des Dorismus und Ionismus, wie 
er sich in den beiden Hauptordnungen antiker Lapidartektonik 
ausspricht, an andrer Stelle (in dem dritten Bande) wieder aufzu- 
nehmen haben, wollen daher hier nur noch dasjenige, worauf 
schon früher hingewiesen wurde, noch einmal zusammenfassen, 
dass nämlich der dorische Stil wegen der absoluten Abhängigkeit 
der Theile von einander und von der Gesammtheit des durchaus 
monumentalen Steinpegmas, die er beansprucht, die uralten aus 
der Töpferei und der dekorativen Holztektonik entlehnten An- 
knüpfungs- und Trennungssymbole auf ein Kleinstes zurückführt, 
dafür andre beibehält" und in seinem Geiste umbildet, die der Ein- 
heitlichkeit und Ünlösbarkeit des Systemes grösseren Ausdruck 
geben (Triglyphen mit den sie vorbereitenden 'l'ropfenleisten des 
Architravs und den durch sie vorbereiteten Dielenköpfen); dass 
zweitens der ionische Stil unter diesen alten Uebcrlieferungen 
zwar auch im monumentalen Sinne seine Auswahl trifft und sie 
ummodclt, jedoch mit Berücksichtigung grösserer Selbstständig- 
keit und individueller Daseinsberechtigung der Theile, die als 
1Bei einer Säulensti 
pass von kaum 3'. 
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liesse 
dieses 
Illll" 
Verhältniss 
einen Durch-
        

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