Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keramik, Tektonik, Stereotomie, Metallotechnik für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 239 in den Text gedr. Holzschn. und 5 farb. Tondrucktaf.
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1673108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1677595
Stcreotomie (Steinkonstruktion). 
'I'echnisuh-Historisches. 
423 
F ries und Simms fehlen. Abakus fast Gleich den Zwisch 
räumen Veljüngung der Schäfte 217 (also obeier Durchm c Q 71825 
des unteren).  ' 
Strengarchaischer Stil. 
Die konventionelle, zierlich straffe Kunst des Tyrannenzeit_ 
alters (Ende des 7. und 6. Jahrhundert) ist durch Monumente 
vertreten , von denen zwei, als ihr angehörig, durch Bildwerke 
dokumentirt scheinen möchten, nämlich ein Tempel der östlichen 
Gruppe zu Selinus und der Tempel zu Aegina. Aber wie die 
Bildwerke beider Tempel, nur äusserlich verwandt, in wichtigen 
Zügen fast Gegensätze sind, eben so verschieden sind die Stile 
der Denkmäler, Wozu sie gehören. Dazu kommt, dass die seli- 
nuntischen Skulpturen mit ihrem Bauwerke durchaus homogen 
sind, Während die äginetischen mit dem viel freieren fast 
schwülstigten Stile ihrer architektonischen Umgebung nicht zu- 
sammenstilnmen. Die asiatisirende Haar- und Barttracht", Ge- 
sichtsbildung und symmetrisch faltenreiche Gewandung der seli- 
nuntischen Skulpturen stellen sie den Reliefs des lykischen sog. 
Harpyengrabes näher als den äginetischcn Bildwerken, an denen 
das Nackte vorherrscht und der Einfluss der Gymnastik auf bild- 
nerische Kunst bereits klar hervortritt. Die selinuntische Bild- 
nerei ist alterthürnlich, im Wahren Sinne, bei der äginetischen 
scheint es, als 0b der Künstler bei seinem Werke hieratischer 
Vorschrift und Sitte gehorcht habe, als ob die Starrheit seines 
Meissels archaistisches Wollen verrathe. 
Somit rechne ich den selinuntischen Bau noch zu den archai- 
schen Tempeln, 1 der äginetische ist schon entwickelt dorisch, 
wenn auch mit spezifisch lokaler Färbung, die 01' mit allen dori- 
sehen Werken des eigentlichen Griechenlands gemein hat, wor- 
über noch später zu sprechen sein wird. 
Selinuntischer 'l'e1npel. 
D'    
1T le ausseren Saulen straff, Abakus stark ausgeladen und hoch, 
16 brelter als der Zwischenraum. Echinus straff und Hach (niedria) 
fein geschwungen, mit Skotium unter den Ringen in das SÄÄ 
 "1 .  .   '   
dle Käillä 0 des Sdlafts vellaufen. Nlll e1n felner Halsemschmtt, 
D10 Säulen deS Pronaos mit 16 ionischen Kangilßn Echinus 
1 Seine Norm: 15 
   
        

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