Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keramik, Tektonik, Stereotomie, Metallotechnik für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 239 in den Text gedr. Holzschn. und 5 farb. Tondrucktaf.
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1673108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1677585
422 
Zehntes 
Hauptstück. 
um Christi Geburt, nach Kugler) unhaltbar, 1 wohl aber mag 
hier ein barbarisch-italiotischer Einfluss spät nachgewirkt haben. 
Die sog. Basilika, einzig in ihrer Art schon als Grundplan, 
eine Säulenreihe mitten durch die (breite) Cella, vielleicht als 
Dachträger statt der (späteren?) Doppelreihe der sogenannten 
Ilypäthraltempel. Säulenveljüngung bedeutender als am Ceres- 
tcrnpel, Kapital weniger ausgeladen, aber mit sehr weich ausge- 
bauchtem Echinusproiil, Architrav schwer, statt des dorischen 
Stirnbandes mit einem starken Wulst bekrönt, glatter Fries ohne 
Triglyphen, Simms nicht mehr vorhanden, aber wahrscheinlich 
ähnlich wie dort. Skotium des Echinus noch reicher mit sehr klein- 
lichen Ornamenten verziert. 
Der Tempel zu Assos, Kleinasien. 
Bereits früher (Bd. I. S. 434) besprochen und Wegen seiner 
Skulpturen und ihrer Anbringung als hoch alterthümlich und 
asiatisirend bezeichnet. Als solcher gibt er sich auch in seinen 
Verhältnissen und dem Kunstempfinden, das sich in seinen archi- 
tektonischen Formen ausspricht, zu erkennen. 2 Säulen Weitge- 
stellt, mit starker Entasis und Verjüngung (lls des untcrn Durch- 
messers), nur 16 Kanäle. Das Kapitäl dem zu Cardacchio ähn- 
lich, mit straffer Kurve, obschon Weit ausgeladen. Die Decktafeln 
nahezu ihren Zwischenräumen gleich.  
Die Tavola dei Palladini zu Metapont. 
Die so merkwürdigen hoehalterthümlichen Terrakottabeklei- 
dungen des unter dem Namen der Chiesa di Sansone bekannten 
'l'empelrestes dürften die Erbauungszeit desselben vor dem Ende 
des 6. Jahrhunderts verbiirgen; aber der leider noch mehr zer- 
störte daselbst befindliche zweite Säulenbau erweist sich durch 
seine Verhältnisse und_Details als noch viel älter, so dass wir 
ihn unbedingt in das 7. Jahrhundert und in das Zeitalter der 
laxen archaisch-dorischen Kunst versetzen dürfen. 3 
1 Auch 13911155 Ansicht, wonach das ganze Gebälk eine spätereuömische) 
Restauration sei, kann ich nicht beiptlichten (Revue de Parch. Jahrg. 1858. S. 8). 
2 Norm: 15 
a 
mit der Norm des Tempel; mit den alterthiilmmlichen 
beinahe identisch: 15  ) 
(9,33 4- 4.66)  14. 
3 Norm: 16  
     
Skulpturen 
Selinus
        

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