Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keramik, Tektonik, Stereotomie, Metallotechnik für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 239 in den Text gedr. Holzschn. und 5 farb. Tondrucktaf.
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1673108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1677573
(Steinkonstruktiolm. 
Stereotomie 
Technisch-Historisches. 
421 
Der dorische Blattkranz (das Kymation) bei beiden rundlich 
aber leichter als an Tempeln späteren Stils. 
Zwei räthselhafte Säulenbaue würde ich unbedingt in diese 
Gruppe versetzen oder sogar in die älteste Zeit: cum nondum 
esset symmetriaruin ratio nota, wenn mich nicht die Verhältnisse 
ihrer Norm, die sie mit späteren Werken gemein haben, darüber 
zweifelhaft machten. Zunächst der kleine (sogenannte) Demcter- 
tempel zu Paestum, dessen Gebälk zwar schon den dorischen 
struktiven Gedanken enthält aber in unsicherster Weise ausge- 
sprochen 1 und durch viele zum Theil plastisch verzierte Vermitt- 
lungsglieder (die der dorische Stil erst ahzuwerfen hatte) verun- 
deutlicht. Dabei ein Fries mit eingesetzten Triglylahenz und 
am Architrav an Stelle des Stirnbandes und dorischen Tropfen- 
behangs ein ionisches vielgegliedertes und skulptirtes Epikranon. 
Üeber dem Gebälk ein ungeivöhnlich hohes fast hetruskisehes 
Fastigium (die Höhe des Dreiecks mehr als ljv der Basis). Das 
Säulengestütz nicht minder fremdartig, mit geschweiftem sehr 
ausladendem aber steigendem Eehinus, tiefem, plastisch behan- 
deltem Skotium und Eierstab als Halsschnur, der Stamm kurz, 
mit starker Entasis. Die Säulen im Prostylos der cella mit 24 
Stegen, einem Pfuhl und runden Plinthus als Basis. Die Zellenanlage 
noch die älteste beschränkte und dreigetheilte, ohne Opisthodom. 
Was zweifeln machen "kann, wie gesagt, diesen Bau und  
nen Nachbar zu den alterthümlichsten zu rechnen ist einzig ihre 
kurz und dichtsäulige Norm, die sie einer entwickelteren Periode 
des dorischen Stils zuweisen würde. 3 
Jedenfalls ist die Annahme ihres sehr späten Ursprungs (etwa 
1 Der Simms mit Weitausladender schwacher Häingeplatte, unten statt der 
Mutulen und Stege vertiefte Füllungen, wie Tlischlerarbeit. 
2 Diese seheinen mir nicht ursprünglich projektirt, sondern später einge- 
gesetzt zu sein. Der Vergleich mit dem glatten Fries der danebenstehenden 
sogenannten Basilika von fast gleichem Charakter. bestärkt in dieser Annahme. 
9 Norm des Tempels der Ceres: 
12 
Norm 
der Basilika: 
787,55 
"1 71797 Z 
Oberer 
12,24  
(3,3 .5  z 13? 
der Säulen: 
'I'empel der CereS 
Basilika    
Durchmesser
        

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