Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keramik, Tektonik, Stereotomie, Metallotechnik für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 239 in den Text gedr. Holzschn. und 5 farb. Tondrucktaf.
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1673108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1677422
406 
Zehntes 
Hauptstück. 
war endlich 
Versöhnung 
die 
als 
Synthesis der beiden genannten Gegensätze, ihre 
höchst gesteigerter Ausdruck des Hellenismus. 
169. 
Dorisches. 
Der Nachweis einer gewissen Üebercinstimmung des bezeich- 
neten Gesetzes der Entwicklung der gr. Steinzimmerci mit allem, 
was sie sonst hervorbraclite, z. B. auch in Aegypten, würde, diinkt 
mich, nicht schwer fallen. WVir haben, um kurz darauf hinzudeu- 
ten, die Gespreiztheit der leichten Deckenstützen in den Felsen- 
grotten des alten, diesem Nahekommendes in einigen ältesten 
Bauwerken des neuen Reichs. Hierauf folgen dichtgestellte 
stämmige Säulen mit schweren Deckbalken, dazu neue formale 
Elemente, vermischt mit Nachklängen der alten (Stil der ersten 
Hälfte des Zeitalters der 125. Dynastie, ältere Theile der Tempel 
zu Karnak und Luxor. Memnonium. Tempel zu Medinet-Abu. 
Pfeilerperistyl zu Eileithyia, jetzt verschwunden. Zwei andere auf 
der Insel Elephantine, schon in schlankeren Verhältnissen, u. a. m.) 
Hie zweite Hälfte dieser Periode bezeichnet das goldene Alter 
der ägyptischen Baukunst, unter Amenhotep HI (Tempel zu S0- 
leb, Sedeinga). Die Verhältnisse finden ihr Gleichge- 
wicht in der Mitte zwischen den ältesten und mitt- 
leren, die Formen reinigen sich. 1 Die Verfallsperiode fehlt, 
denn die goldene Zeit findet raschen gewaltsamen Abschluss 
während des Interregnums einer der alten religiösen Grundlage 
der ägyptischen Kultur abholden Reihe von Herrschern (Amenho- 
tep IV, dessen neue Residenz bei E1 Tell in Mittelägypten). 2 
Es folgt nach dieser gewaltsamen Unterbrechung die Macht- 
herrschaft der Sesostriden, die sich in dem grossartigst räum- 
lichen Monumentalstil den Jahrtausenden ausgesprochen hat und 
aussprechen wird. Ihre Werke gehören einem ganz anderen 
Cyklus an, der hier nicht weiter zu verfolgen ist; sie verhalten 
sich zu den früheren wie Römerbau zu griechischem. Ein Prinzip, 
das sich hier erst verkündet, durch das Mittel riesenhaftester 
und unverganglichster Lapidartektonik. 
1 Lepsius Briefe S. 256 und 257. 
2 Lepsius Denkmäler, Abth. I. Tab. 64. Abth. III. 'l'ab. 106.
        

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