Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keramik, Tektonik, Stereotomie, Metallotechnik für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 239 in den Text gedr. Holzschn. und 5 farb. Tondrucktaf.
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1673108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1677352
Stereotomie 
(Steinkonstruktion). 
Technisch-Historisches. 
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jetzt beehäftigende Frage, die S teinsäul en jener zweiten Periode 
des persischen Baustils, als die lapidarischen Nachkommen der 
babylonisch-assyrischen bronzebekleideten Holzsiiulen, die ihrerseits 
nur mehr oder Weniger monumentalisirte Zeltstützcn sind. Auch 
geht die Metamorphose nicht über die Säule hinaus, das Gebälk 
ist noch die alte bekleidete Holzstruktur; schon die weiten Ab- 
Stände der Stützen beweisen dies und ausserdem zeigen uns die 
berühmten Königsgräber ihre Ordnung in aller Vollständigkeit. 
Diese ist im Prinzip asiatiseh-ionisch, das dreigegliederte 
Antepagment des Epistyls, über dem unmittelbar das Rehmenwerk 
der Decke liegt, die sich durch Mutulen und Hängeplatte äusser- 
lieh kundgibt, die Säule selbst, als zweiseitig (mit Front und Sei- 
tenansicht) und ursprünglich nicht für peripterische, sondern nur für 
hypostyle und diastyle Anwendung berechnet, sind Elemente, die 
auch dem ionischen Stile zu Grunde liegen; aber wo uns an 
Monumenten die ionisehe Ordnung begegnet ist sie vollständig 
in den Steinstil übergetreten, hier ist sie nur erst halblapidarisch, 
in ihrer Weitsäuligkeit, besonders in dem Realismus, 1 womit sie 
1 Dieser Realismus tritt z. B. schlagend hervor in der Art des Riefens 
der Säulenschäfte. Die Zahl der Stege steigt genau im Verhältnisse der zu- 
 nehmenden (materiellen) Umfangsdiiche des 
 m Schaftes, weil sich das Riefen der Bleche nach 
  der Eigenschaft und Stärke der letzteren al- 
  lein richtet, und somit unter gleichen Umstän- 
ir  den der bezeichneten Art aber veränderten 
  Dimensionen der Plliichen die Grösse der 
i  Riefen sich gleich bleibt, aber ihre Menge 
XII  ab- oder zunimmt. Die Säulen mit ein_ 
  fachem Gabelknauf zu Istakir haben 0,34640 
   Durchmesser bei 7,M 820 Höhe und 32 Rie- 
i]; l  fen ; die gleichen Säulen von Persepolis, deren 
il 1':  Durchmesser l,M 585 bei 19,M ÖOÖ HÖllB be- 
{l ll  trägt. haben 48 Kanäle. Andere dazwischen 
l l" haben 40 Kanäle u. s. f. Ferner, jene reiche 
l  innere Säule, erscheint sie nicht wie aus Blech- 
.   hiilsen um einen inneren Schaft gereiht und 
  zusammengelüthet? Ist sie nicht Klempner- 
"lllß   arbeit? Die Vorbilder dazu, Hülsen und Span- 
Persische Säulen. gen aus Metall, die aus dem alten Nimyud 
stammen, lernten wir schon früher kennen 
(BCLI. S. 68 bes. S. 384 u. 84 u. iiI). Auch die Basis enthält ein Element, das die 
Steintektonik, als Zll lnöbelhaft, ganz abwirft oder nur in leichter Andeutung bei- 
behält, xiiiiulicli den Vasenuntersatz in reiehverzierter ablaufemlcr Karniesforin,
        

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