Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keramik, Tektonik, Stereotomie, Metallotechnik für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 239 in den Text gedr. Holzschn. und 5 farb. Tondrucktaf.
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1673108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1677291
Stcreotomie 
(Steinkonstruktiolm). 
lhuhnisch 
Jlistorisches. 
393 
ihrer absoluten Stabilitätt entsprechen; die Steinmauer dagegen ge- 
stattet in Gemässheit der grösseren Festigkeit und Schwere des 
Baustoffs solche Verhältnisse, die den durch absolute Stabilität 
bedungenen sehr nahe zu bringen sind. Für einen Stoff von 
noch grösserer riickwirkender Festigkeit, z. B. für Metall würde 
eine H0 hlstruktur erforderlich sein, sollte sie der Stabilität ent- 
sprechen und zugleich nicht mehr Querschnittsfliiche bieten, als 
bei der Resistenz des Metalls nöthig ist. Darum ist, die Stein- 
konstruktion die vornehmlich monumentale, obschon nicht 
(liejenige, in Welcher die Architektur zuerst sich selbständig be- 
thätigte.  
Die Griechen. 
ln dem hellenisehen isodoinen Quadergemäiier vollendete sich 
endlich die Emanzipation der monumentalen Iilorm vom Stofflichen, 
durch das allein untrügliche Mittel der Vollständigen technischen 
Beherrschung des letzteren. Schon an anderer Stelle wurde 
aber gezeigt, wie selbst an dieser reinsten Durchbildilng des 
struktiven (stereotomischen) Prinzips, an der vollen aus gleichen 
Elementen zusammengefügten hellenisehen Tempelzellenniauer, die 
uralte Wandbekleidung nicht nur in der flarbigen Dekoration dieser 
Mauer ihr altes Recht behauptet, wie sie sogar noch in der tech- 
nischen Behandlung der Quader sich geltend macht, indem diese 
gleichsam als Hohlkörper nur mit den Rändern und nicht iu der 
Mitte vollkommen genau einander berühren, wie sie zugleich in 
der Anwendung der Tiifelung an gewissen Theilen der Struktur 
hervortritt. Wir dürfen auf alles dies und was sich daran knüpft, 
als auf schon Bekanntes nur hindeuten. (S. Bd. I.  77 u. ff.) 
Kölner. 
Die 
Sie waren konservative Träger und Erlialter des urtliünilicli 
Gräkoitalischen, in Sitten, Religion und Kunst, gegenüber 
den revolutionären Hellenen; sie entlehnten erst spät von diesen 
das System der vollen Quaderkonstruktion, ohne dass die eigen- 
thümlich römische Bauweise dadurch in ihrer grossartigen 15m- 
Wicklung sich stören liess. Das Isodom wurde hieratisches Vorrecht 
des hellenisirten Tempels, aber das eigentliche Römerwerk, der 
Weltherrschaftsgedanke in Stein ausgedrückt, thnd in einer Art 
Hohlstruktur, dem Gussgemäuer mit Quaderkruste und diesem ver- 
wandten Muurerprozessen die geeigneteren  alleinig statthaften 
Sgmlber, am u. 50
        

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